Lyon gewinnt 1:0 gegen Juve: Coronavirus-Gefahr durch Fußballfans?

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Bild: Euronews German

Im Champions League Achtelfinale-Hinspiel schlägt Olympique Lyon die Mannschaft von Juventus Turin mit 1:0. Doch so ganz standen die Stars in Juves Team wie Gianluigi Buffon oder Cristiano Ronaldo nicht im Mittelpunkt. Das Thema in Italien ist das Coronavirus.

Im Norden des Landes sind elf Städte abgeriegelt, mehr als 50.000 Menschen wurden unter Quarantäne gestellt. Viele Juventus-Fans halten diese Vorsichtsmaßnahmen jedoch für übertrieben. „Das Coronavirus ist eine normale Grippe. In meiner Heimat in Vercelli in der Nähe von Mailand ist alles in Ordnung. Wir haben nur kleinere Einschränkungen, aber das ist kein Problem“, so ein Juventus-Fan.

„In Italien ist die Aufregung groß. Ich finde das richtig. Wir sollten das nicht unterschätzen. Die von der Regierung getroffenen Entscheidungen sind in Ordnung. Das Leben muss weiter gehen.“, erzählt ein weiterer Fan.

Für die Ankunft der vielen Turiner-Fans, die nach Lyon kamen, wurden keine Maßnahmen ergriffen. Laurenca Fautra, Bürgermeisterin der Lyoner Vorstadt Decines, wo das Stadion liegt, kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen: „Ich halte die Entscheidung für unverantwortlich und zusammenhanglos. Der Premierminister hat uns einen Brief geschickt, in dem er eindeutig empfiehlt, dass Menschen, die aus China, Südkorea, Singapur und den italienischen Regionen Venetto und der Lombardei anreisen, nur wenig Kontakt zu anderen haben und eine Schutzmaske tragen sollten. Und jetzt hat das Gesundheitsministerium den Fans erlaubt, hierher zu reisen. Bei diesen Vorsichtsmaßnahmen wird mit zweierlei Maß gemessen.“

Während sich viele Fans auf Taktik, Spielsysteme und das Ergebnis des Rückspiels in Turin konzentrieren werden, sorgen sich andere eher um die mögliche Gefahr einer Ausbreitung des Coronavirus, denn Tausende von italienischen Fans waren in den Straßen von Lyon unterwegs. In ganz Europa sind viele Spiele verschoben worden, andere werden hinter verschlossenen Türen ausgetragen, aber für dieses Ereignis wurde grünes Licht gegeben. Für die Einwohner in Lyon bleiben viele Fragen offen.

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