Inflationsrate steigt im Juni auf 0,9 Prozent

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Symbolbild: Wirtschaft / Börse

Der Abwärtstrend bei der Inflationsrate hat sich im Juni nicht weiter fortgesetzt. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, lagen die Verbraucherpreise um voraussichtlich 0,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Während die Preise für Nahrungsmittel weiter spürbar zulegten, sanken die Preise für Energie erneut deutlich – allerdings weniger stark als zuletzt.

Nahrungsmittel waren den Statistikern zufolge im Juni 4,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Die Preise für Energie gingen um 6,2 Prozent zurück. Im Mai hatte der Rückgang bei den Energiepreisen im Vorjahresvergleich vor allem wegen des seit Jahresbeginn anhaltenden Ölpreisverfalls auf dem Weltmarkt allerdings bei minus 8,5 Prozent gelegen.

Im Mai war die Inflationsrate angesichts dieser Entwicklung auf nur 0,6 Prozent gesunken. Im April hatte der Anstieg der Verbraucherpreise 0,9 Prozent betragen, nach 1,4 Prozent im März und 1,7 Prozent im Februar. Üblicherweise streben Zentralbanken bei der Inflation einen Wert von knapp unter zwei Prozent als optimal für die Wirtschaft ein. Bei diesem Wert sehen sie sowohl Preisstabilität gegeben als auch die Gefahr einer Deflation weit genug entfernt.

Einen Effekt auf die Verbraucherpreise dürfte künftig die befristete Absenkung der Mehrwertsteuer haben, die ab 1. Juli gelten soll und mit der die Bundesregierung den in der Corona-Krise eingebrochenen Konsum ankurbeln will. 

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts würden die  Verbraucherpreise bei einer vollständigen Weitergabe der Senkung des regulären Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent und des ermäßigten Satzes von sieben auf fünf Prozent rein rechnerisch um 1,6 Prozent sinken. Die tatsächlichen Auswirkungen seien aber schwierig zu prognostizieren. Es gebe keine gesetzliche Verpflichtung, die Senkung an Verbraucher weiterzugeben. Auch werde die Preisentwicklung noch von vielen anderen Faktoren bestimmt.

Die endgültigen Ergebnisse für die Inflationsrate im Juni will das Bundesamt am 14. Juli veröffentlichen.

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AFP/Redaktion
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