Schüler aus Hessen wegen Ausspähens von Politikerdaten im September vor Gericht

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Ein Schüler aus Hessen, der persönliche Daten vieler Politiker und Prominenter im Internet ausgespäht und veröffentlicht haben soll, muss sich im September vor Gericht verantworten. Das Jugendschöffengericht Alsfeld ließ die Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main zur Hauptverhandlung zu und eröffnete das Hauptverfahren, wie das dortige Amtsgericht am Montag mitteilte. Als Verhandlungstermin wurde der 23. September festgelegt, ein möglicher Fortsetzungstermin wurde auf den 30. September datiert. Die Verhandlung soll voraussichtlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Der junge Mann soll von August 2015 bis Januar 2019 in 73 Fällen persönliche Daten wie etwa Telefonnummern, Kreditkartendaten, Anschriften, Fotos oder Chats illegal erlangt haben. Ihm werden unter anderem das Ausspähen von Daten, Datenhehlerei, Datenfälschung sowie versuchte Erpressung vorgeworfen.

Laut Anklage soll er Passwörter teilweise auf einer illegalen Hackerwebseite gekauft haben. In anderen Fällen soll er Anbieter von E-Maildiensten über seine Identität getäuscht und so per Passwortrücksetzungsoption Zugriff auf die Konten der Geschädigten erhalten haben.

Zur Veröffentlichung der Daten inszenierte er im Dezember 2018 einen „Adventskalender“ im Kurzbotschaftendienst Twitter unter den Namen „G0D“. Dabei machte er laut Anklageschrift Daten von insgesamt 993 Politikern zugänglich.

Darüber hinaus versuchte er demnach, sechs Bundestagsabgeordnete zu erpressen. Er drohte mit der Veröffentlichung von Informationen und verlangte je einen Betrag von rund 900 Euro in der Kryptowährung Bitcoins.

Neben den Datenvorwürfen werden dem jungen Mann weitere Vergehen zur Last gelegt. So soll er von 2016 bis 2018 dreimal falsche Anschlags- und Amokankündigungen verfasst und zudem zwei andere Menschen zu Unrecht einer Straftat bezichtigt haben.

Im Januar 2019 wurde der damals 20-Jährige ermittelt und kurzzeitig festgenommen. Der Fall erregte damals große Aufmerksamkeit und führte zu einer Diskussion um härtere Strafen.

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AFP/Redaktion
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