Forschungsschiff „Polarstern“ erreicht den Nordpol – Teilweise bis zum Horizont nur Wasser ohne Eis

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Symbolbild: Polareis
Symbolbild: Polareis

Das Forschungsschiff „Polarstern“ hat im Rahmen seiner Mosaic-Mission den Nordpol erreicht. Das teilte das Alfred-Wegner-Institut (AWI) am Mittwoch in Bremen mit. Bis vor kurzem war dieses Seegebiet wegen dichter Eisbedeckung auf dem Seeweg kaum erreichbar gewesen, wegen des Klimawandels ist das Eis nun im Sommer größtenteils verschwunden.

„Wir sind größtenteils im offenen Wasser bis 87 Grad 30 Nord gelangt, oft mit Wasserflächen bis zum Horizont“, beschrieb Expeditionsleiter Markus Rex laut AWI diesen Teil der Reise. Das Meereis sei in dieser Region wegen der hohen Temperaturen großflächig geschmolzen. 

Er sei sehr erstaunt, wie sehr das Eis dieses Jahr bis 88 Grad Nord angetaut sei „und dementsprechend weich und löchrig“, berichtete „Polarstern“-Kapitän Thomas Wunderlich. „Sogar nördlich von 88 Grad Nord sind wir meist mit fünf bis sieben Knoten unterwegs, das habe ich soweit im Norden noch nicht erlebt.“ Er sprach laut AWI von einer Veränderung von historischem Ausmaß. „Jetzt finden wir hier erstmals ausgedehnte Flächen offenen Wassers fast bis zum Pol vor.“

Die „Polarstern“ ist bereits seit vergangenem Oktober in den arktischen Gewässern unterwegs. Sie hatte sich im Rahmen der großangelegten Mosaic-Forschungsmission für zehn Monate an einer Eisscholle festfrieren lassen, um deren Drift zu untersuchen. Dabei hatten die Wissenschaftler auf der Scholle eine Forschungsstation errichtet. Im Juli war das schmelzende Eis dann zerbrochen und das Schiff wurde damit wieder frei beweglich.

Mosaic soll neue Erkenntnisse über die komplexen Umweltprozesse in der Region in bislang unbekannter Detailtiefe liefern. Sie gilt als das bislang aufwändigste und größte Forschungsvorhaben, das in der Arktis bisher gestartet wurde. Beteiligt sind Wissenschaftler aus zahlreichen Ländern, die Teams auf der „Polarstern“ wurden mehrfach ausgetauscht. Die Ergebnisse sollen etwa dabei helfen, Klimamodelle zu verbessern.

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AFP/Redaktion
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