Trump bekräftigt: Corona-Impfstoff bald verfügbar

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Symbolbild: Impfung
Symbolbild: Impfung

US-Präsident Donald Trump hat bekräftigt, dass er bereits in den kommenden Wochen mit einem Corona-Impfstoff in den Vereinigten Staaten rechnet. Die USA stünden kurz vor der Fertigstellung eines Serums, sagte Trump am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Mit den Impfungen könne „irgendwann im Oktober“ oder kurz danach begonnen werden. Mit seinen Äußerungen widersprach Trump Aussagen des Chefs der US-Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield. 

Redfield hatte kurz zuvor in einer Kongressanhörung gesagt, erste Impfungen gegen das Coronavirus könnten gegen Jahresende starten, allerdings nur beschränkt auf kleine Bevölkerungsgruppen wie etwa Gesundheitspersonal. Voraussichtlich erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres könnten die Impfungen der allgemeinen Bevölkerung beginnen. Bis dahin blieben das Tragen einer Schutzmaske, Händewaschen und Abstandhalten „die beste Verteidigung gegen dieses Virus“, schrieb Redfield später auf Twitter.

Trump sagte bei der Pressekonferenz im Weißen Haus über Redfields Äußerungen: „Ich glaube, er war verwirrt.“ Der Behördenleiter habe „einen Fehler gemacht“, als er von einer allgemeinen Impfstoffeinführung erst Mitte kommenden Jahres sprach. „Das ist einfach inkorrekte Information.“ 

Der Präsident hatte bereits am Dienstag im Fernsehsender ABC News gesagt, er erwarte einen Impfstoff in drei bis vier Wochen. Redfield sagte daraufhin im Kongress, im November und Dezember könne möglicherweise eine „sehr begrenzte“ Anwendung des Impfstoffs bei einzelnen Gruppen wie etwa medizinischem Personal beginnen. Die breite Impfung der Bevölkerung werde aber noch bis zum zweiten oder dritten Quartal 2021 auf sich warten lassen.

Trump steht wegen der starken Ausbreitung des Coronavirus im Land stark in der Kritik. In den Umfragen zur Präsidentschaftswahl am 3. November liegt er hinter seinem Herausforderer Joe Biden zurück. Die oppositionellen Demokraten äußerten deshalb bereits die Befürchtung, Trump übe massiven Druck auf Forscher und Gesundheitsbehörden aus, damit möglichst bald ein Impfstoff zugelassen wird.

Biden spricht Trump wegen dessen Umgang mit der Corona-Krise die Eignung für das höchste Staatsamt ab. „Die erste Aufgabe des Präsidenten besteht darin, das amerikanische Volk zu schützen, und das wird er nicht tun. Das disqualifiziert ihn völlig“, sagte Biden am Mittwoch nach einem Treffen mit Gesundheitsexperten in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. 

Der demokratische Präsidentschaftskandidat beschuldigte Trump, die Suche nach einem Corona-Impfstoff für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Er glaube dessen Äußerungen nicht, wonach schon in wenigen Wochen ein Impfstoff zur Verfügung stehen soll. Das Zulassungsverfahren müsse sich an wissenschaftlichen und Sicherheitsstandards orientieren, nicht an der Politik, forderte der frühere Vizepräsident.

Die USA sind mit 6,63 Millionen verzeichneten Infektions- und fast 200.000 gezählten Todesfällen das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Trump wird vorgeworfen, die Gefahr durch den neuartigen Erreger lange unterschätzt zu haben und die Bürger immer wieder mit Äußerungen über angeblich vielversprechende Behandlungsmethoden in die Irre zu führen. In jetzt veröffentlichten Interviews mit dem berühmten Enthüllungsjournalisten Bob Woodward gestand er ein, die Gefahr durch die Pandemie bewusst heruntergespielt zu haben.

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AFP/Redaktion
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