Geringeres Verkehrsaufkommen in Corona-Pandemie ohne Auswirkung auf Fahrverhalten

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Symbolbild: Autoaufkommen
Symbolbild: Autoaufkommen

Das schlagartig geringe Verkehrsaufkommen während des Corona-Lockdowns hat sich kaum in der Einschätzung des Sicherheitsempfindens niedergeschlagen. 58 Prozent der Verkehrsteilnehmer und damit nur vier Prozent mehr als Ende vergangenen Jahres gaben in einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Studie für die Unfallforschung der Versicherer an, sich sicher oder sehr sicher im Straßenverkehr zu fühlen.

Demnach gab es zwar leicht günstige Veränderungen bei Begriffen wie „stressig“ oder „erfordert Aufmerksamkeit“. Auf der anderen Seite wurde aber bei anderen Verkehrsteilnehmern eine Verschlechterung bei den Kategorien wie „zu schnelles Fahren“ oder „Aggressivität“ gesehen. Für die Studie befragten die Unfallforscher Ende vergangenen Jahres rund 2000 Menschen und Mitte diesen Jahres von diesen noch einmal rund 1300 repräsentativ.

Die Studienmacher stellten eine starke Diskrepanz zwischen der Selbstwahrnehmung und der Fremdwahrnehmung fest. So hätten 92 Prozent der Befragten zu dichtes Auffahren, um ein Einscheren eines anderen Fahrzeugs zu verhindern, bei anderen gesehen. Nur jeder Vierte gab aber an, dies gelegentlich auch selbst zu tun. Die Unfallforscher erklärten, dass deshalb Strafandrohungen oder Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung ins Leere laufen, weil sich die Autofahrer gar nicht selbst angesprochen fühlen.

Die Werte zum aggressiven Verhalten seien gegenüber den Vorgängerstudien unverändert besorgniserregend. So sagte rund die Hälfte der Befragten, bei Ärger viel schneller zu fahren als erlaubt. Jeder Vierte gab an, gelegentlich aufs Gaspedal zu drücken, während er überholt werde.

Bei den von den Befragten als sinnvoll angesehenen Maßnahmen für eine verbesserte Verkehrssicherheit nannten drei Viertel eine Null-Promille-Regelung richtig. Mehr als zwei Drittel der Befragten wünschten sich einen verpflichtenden Sehtest alle 15 Jahre. Und gut die Hälfte der Befragten hält ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen für richtig.

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AFP/Redaktion
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