Heute Nacht wird wieder an der Uhr gedreht – Winterzeit beginnt!

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Uhr - Bild: coffeekai via Twenty20
Uhr - Bild: coffeekai via Twenty20

Mitten in der zweiten Corona-Welle müssen die Deutschen am Wochenende ein bei vielen ungeliebtes Ritual vollziehen: Wer die Zeit an seiner Uhr noch per Hand einstellt, muss den Stundenzeiger eine Umdrehung zurück kurbeln. Denn am Sonntag um drei Uhr morgens werden die Uhren um eine Stunde von der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) auf die mitteleuropäische „Normal“-Zeit (MEZ) zurück gestellt.

Mit der Rückkehr zur auch Winterzeit genannten Normalzeit ist es dann morgens wieder früher hell und dafür nachmittags eher dunkel. Viele Menschen haben allerdings von dem Hin und Her genug und befürworten ein Ende der Zeitumstellung.

NOCH KEINE NEUE EU-REGELUNG IN SICHT

Innerhalb der EU wird über eine Abschaffung der Zeitumstellung spätestens seit dem Sommer 2018 konkret diskutiert: Damals sprachen sich bei einer EU-weiten Onlinebefragung 84 Prozent der Teilnehmer gegen die regelmäßige Zeitumstellung aus. Wann die EU entsprechende Pläne umsetzt, ist allerdings noch nicht absehbar.

VORHABEN KÖNNTE OHNE EINIGUNG SCHEITERN

Denn die erforderliche Abstimmung unter den Mitgliedsstaaten lässt weiter auf sich warten – die EU-Mühlen mahlen eben langsam. Und ohne Einigung kann das ganze Vorhaben sogar noch scheitern. Im Laufe der Debatten kristallisierte sich heraus, dass manche EU-Staaten – Portugal etwa – grundsätzlich gegen das Ende der Zeitumstellung sind.

BEI ABSCHAFFUNG MEHR ZEITZONEN?

Aus Diplomatenkreisen hieß es zudem, es sei nicht bedacht worden, dass es mit Ende der Zeitumstellung zwangsläufig mehr Zeitzonen in Europa geben werde. Eine große gemeinsame Zeitzone von Spanien bis Polen sei derzeit nur möglich, weil negative Effekte durch den Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit abgefedert würden, hieß es.

AKTUELL DREI ZONEN IN DER EU

Abgesehen von abgelegenen Gebieten wie den portugiesischen Azoren im Atlantik oder den französischen Überseegebieten gibt es in der EU aktuell drei Zeitzonen. Zur Realität gehört zudem, dass das Thema in keinem Land der EU so sehr die Gemüter bewegt wie in Deutschland: Allein drei Millionen der EU-weit 4,6 Millionen Teilnehmer an der Onlinebefragung 2018 kamen aus der Bundesrepublik.

VIELE DEUTSCHE FÜR ABSCHAFFUNG

Da verwundert es nicht, dass sich in regelmäßigen Umfragen hierzulande seit Jahren eine Mehrheit für die Abschaffung der Zeitumstellung ausspricht. Viele Menschen geben an, dass sie sich durch den Wechsel müde oder schlapp fühlen, andere klagen über Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen.

ZWEIFEL AN ENERGIEERSPARNIS

Kritiker der Zeitumstellung führen neben gesundheitlichen Belastungen ins Feld, dass diese ihren ursprünglichen Zweck nicht erfüllt. Eigentlich sollte das Vorstellen der Uhr im Frühjahr zum Energiesparen in der hellen Jahreszeit beitragen. Die Überlegung: Wenn sich der Tag um eine Stunde nach vorn verschiebt, wird weniger Beleuchtung und damit weniger Strom verbraucht.

EINSPARUNG KAUM NACHWEISBAR

Doch dadurch entstehende Energiespareffekte sind kaum nachweisbar. Auch das Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag kam in einer Analyse zu dem Schluss, dass die energetischen Aspekte kaum ins Gewicht fallen.

TECHNISCH LÄNGST ROUTINE

Rein technisch ist der Zeitwechsel unproblematisch. Taktgeber für die Zeit sind in Deutschland die Atomuhren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Über Sender werden die Signale übertragen, durch die sich die Funkuhren automatisch an die Zeitumstellung anpassen. Auch für die Deutsche Bahn ist die Zeitumstellung längst Routine. 

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AFP/Redaktion
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Hier schreiben und kuratieren die Redakteure der Redaktion des Nürnberger Blatt