Klimaziele der Bundesregierung nicht mit 1,5-Grad-Ziel vereinbar

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Symbolbild: Klima
Symbolbild: Klima

Die Klimaziele der Bundesregierung sind einer Studie zufolge nicht mit einer Begrenzung der Erderwärmung auf eineinhalb Grad Celsius vereinbar. Um das Ziel zu erreichen, seien CO2-Minderungsziele von mindestens 60 Prozent bis 2025 und 85 Prozent bis 2030 im Vergleich zu 1990 nötig, ergab die am Dienstag vorgestellte Untersuchung des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie im Auftrag von Fridays for Future (FFF).

Bisher legte sich die Bundesregierung für das Jahr 2020 auf eine Senkung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent fest. Bis 2030 sollen diese um 55 Prozent zurückgehen und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent. Vergleichsbasis sind jeweils die Emissionen des Jahres 1990. Besonders das Erreichen des 40-Prozent-Ziels für 2020 gilt als schwierig, weil dazu kurzfristig erhebliche zusätzliche Anstrengungen nötig sind.

Die FFF-Studie beleuchtet die aus Sicht der Aktivisten nötigen Maßnahmen zur Erreichung des Ziels von CO2-Neutralität bis 2035 in den Bereichen Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr und Gebäude. „Spätestens ab heute kann kein Entscheidungsträger mehr behaupten, nichts von den eigenen klimapolitischen Verfehlungen gewusst zu haben“, sagte die FFF-Aktivistin Carla Reemtsma. „Die Politik muss sich dem Vergleich der von ihr vorgeschlagenen Maßnahmen mit den tatsächlich umgesetzten Maßnahmen stellen“.

So fordert die Studie beispielsweise den massiven Ausbau erneuerbarer Energien. Die aktuellen Ziele der Bundesregierung seien „mindestens um einen Faktor 2,5 zu langsam“. In energieintensiven Industriebereichen erreiche in den kommenden zehn Jahren rund die Hälfte der Industrieanlagen das Ende ihrer vorgesehenen Lebensdauer und müsse ersetzt werden.

Im Bereich Verkehr fordert die Studie insgesamt eine Verkehrsvermeidung, die Abschaffung klimaschädlicher Subventionen und „signifikant höhere CO2-Preise auf Kraftstoffe“. Zentral zum Erreichen von Klimaneutralität bis 2035 sei außerdem eine massive Steigerung der energetischen Sanierungsrate auf vier Prozent pro Jahr. Aktuell liege diese bei lediglich einem Prozent.

Relevant seien „weniger die technischen Grenzen“, sondern „der gesellschaftliche und politische Wille“, erklärte Fridays For Future. „Es reicht nicht aus, sich in Interviews zu den Klimazielen zu bekennen, nur um dann die eigenen unzureichenden Maßnahmen zu verfolgen“, sagte Reemtsma. Die gute Nachricht sei aber: „Noch ist ein fairer Beitrag zur Eindämmung der Klimakrise möglich.“

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AFP/Redaktion
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