Die Nürnberger Stadtverwaltung – Eine Hinterzimmergesellschaft die zusammenhält

Altes Rathaus Wolffscher Bau - Bild: Christine Dierenbach/Stadt Nürnberg
Altes Rathaus Wolffscher Bau - Bild: Christine Dierenbach/Stadt Nürnberg

NÜRNBERG. In eigener Sache – Das Nürnberger Blatt berichtet nun seit gut 13 Monaten aus Nürnberg über lokale, regionale, nationale und internationale Themen. Aus allen Ressorts, unvoreingenommen, unparteiisch und eben überregional. Nur in Nürnberg funktioniert das nicht so richtig. Zwar erhalten wir – nach mehreren Startschwierigkeiten – auch sämtliche Pressemeldungen und Co. und können so über die Aktivitäten in und um die Stadt berichten, jedoch nur das.

Letztes Jahr beispielsweise hatten auch wir ein großes Interesse für unsere erste gedruckte Ausgabe das Nürnberger Christkind, Benigna Munsi, zu interviewen. Tja, da hatten wir die Rechnung nicht mit der Nürnberger Stadtverwaltung gemacht. Diese winkte mit einer schwammigen Erklärung ab. Auch in diesem Jahr sollte es laut Stadtverwaltung keine öffentlichen Auftritte des Christkinds geben. Aber voilà es geht doch: Das Christkind wandelte von Medienhaus zu Medienhaus…

Und so zog es sich durch die vergangenen Monate. Der allbekannte Platzhirsch saugt alles auf, was nicht niet- und nagelfest ist. Und bekommt offensichtlich tatkräftige Unterstützung der Nürnberger Stadtverwaltung. So kommt der Oberbürgermeister, Marcus König, gerne und mehrmals in die redaktionelle Berichterstattung mit Interviews, Leser-Chats und Co. – Uns wurde so etwas bislang nicht angeboten.

Auch können wir sehr wohl verfolgen, wo die Interessen der Stadtverwaltung liegen. Nicht umsonst ist der ehemalige Chef der Lokalredaktion des Blattes seit Amtsantritt des neuen Oberbürgermeisters, als Amtsleiter im Presse- und Informationsamt eingestellt. Eine Hand wäscht die andere. Auch wurden in den letzten 13 Monaten keine Medienprojekte öffentlich ausgeschrieben – weil sie ja schon aufgesaugt wurden.

Die Redaktion des Nürnberger Blatt rackert sich Tag und Nacht, am Wochenende und Feiertagen ab, um unseren Lesern jederzeit die besten Informationen, Hintergründe, Videos und mehr bieten zu können. Das machen alle Redakteure sehr gerne, auch wenn unser Team noch klein ist. Die Redaktion ist quasi von Corona durch und durch geprägt, seit Monaten begleitet uns das Virus wie ein Damoklesschwert. Aber die Stadt Nürnberg unterstützt lieber die Giganten und stopft ihnen weiter Aufträge, Prestige und Geld zu, statt auch an andere zu denken. Wir sagen nur, sämtliche Webauftritte über Veranstaltungen in Nürnberg laufen nicht über die Stadt Nürnberg direkt. Und das wohlbemerkt: Ohne öffentliche Ausschreibungen.

Wir finden, dass ist absolut unethisch und marktwidrig. Auch das viele Meldungen zunächst von der Stadtverwaltung selbst publiziert werden, statt sie zuvor den Presseorganen zur Berichterstattung zu übermitteln. Es gilt immer noch das strikte Trennungsgebot zwischen Staat und Presse! Wir wünschen uns von der Stadtverwaltung mehr Transparenz, mehr Anerkennung und mehr Unterstützung, statt einen Eintrag auf einer Liste „der wichtigsten Medienvertreter in Nürnberg“ und einem warmen Händedruck – obwohl wir diesen auch noch nicht bekommen haben. Eher Undankbarkeit, weil man zu einem geladenen Pressetermin, wo man dann auch mal erwünscht war, erschienen ist und über diesen berichten wollte.

Nachtrag aus aktuellem Anlass

Der Redaktion des Nürnberger Blatt ist inzwischen schon sehr oft aufgefallen, dass die Nürnberger Stadtverwaltung das Trennungsgebot von Presse und Staat sehr absichtlich ignoriert. So hat sie beispielsweise am Samstag, 28. November (Fund einer Fliegerbombe in Schnepfenreuth), erneut munter berichtet. Die Presse, die eigentlich für die Berichterstattung zuständig ist, informierte sie – je nach Ausgangslage – bis zu drei Stunden später über den Fund der Fliegerbombe. So geht das nicht!

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