Pompeo trifft Vertreter der afghanischen Regierung und der Taliban

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Mike Pompeo - Bild: Ron Przysucha/U.S. Department of State
Mike Pompeo - Bild: Ron Przysucha/U.S. Department of State

US-Außenminister Mike Pompeo ist am Samstag in Doha mit Vertretern der afghanischen Regierung und der radikalislamischen Taliban zusammengetroffen. Die Frage sei, wie die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Resultats der Friedensverhandlungen erhöht werden könne, sagte Pompeo bei einem Treffen mit der Regierungsdelegation. Überschattet wurden die Gespräche von Raketenangriffen auf Afghanistans Hauptstadt Kabul, welche die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamierte.

Pompeo traf die Delegationen getrennt voneinander in einem Luxushotel in der Hauptstadt von Katar. US-Präsident Donald Trump will den Militäreinsatz der USA in Afghanistan schnellstmöglich beenden. Trumps neuer Verteidigungsminister Christopher Miller hatte am Dienstag ohne Absprache mit den Nato-Partnern den Abzug von rund 2000 der derzeit rund 4500 US-Soldaten in Afghanistan bis zum 15. Januar angekündigt.

In Doha führen die afghanische Regierung und die Taliban auf Drängen der USA seit September Friedensverhandlungen. Die Gespräche gestalten sich schwierig, aber wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag von mehreren Quellen erfuhr, haben beide Seiten mittlerweile einen zentralen Streitpunkt zu den Verhandlungsregeln gelöst.

Nach den Raketenangriffen in Kabul am Samstagmorgen teilte der IS über seine Kanäle im Messenger-Dienst Telegram mit, „Kämpfer des Kalifats“ hätten „mit 28 Katjuscha-Raketen“ auf die Grüne Zone gezielt. Ziele waren demnach „das Gebäude der afghanischen Präsidentschaft, die Botschaften der Kreuzfahrerländer und die Hauptquartiere der afghanischen Streitkräfte“. 

Bei den Angriffen wurden mindestens acht Menschen getötet und 31 weitere verletzt. Neben der stark gesicherten Grünen Zone wurden auch mehrere dicht besiedelte Wohngebiete im Zentrum und im Norden der Stadt getroffen.

Ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums hatte zunächst die Taliban für den Angriff verantwortlich gemacht, diese wiesen jedoch jegliche Verantwortung zurück.

Die US-Regierung hatte im Februar ein Abkommen mit den afghanischen Taliban geschlossen. Die USA sagten einen vollständigen Truppenabzug bis Mitte 2021 zu, im Gegenzug gaben die Taliban Sicherheitsgarantien ab. Die Angriffe der Taliban auf die afghanischen Sicherheitskräfte haben in jüngster Zeit aber deutlich zugenommen. Kritiker warnen, ein übereilter Abzug der US-Soldaten stärke die Taliban in Afghanistan und den IS.

Pompeo traf auch den Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani, sowie dessen Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al-Thani. Der scheidende US-Chefdiplomat ist derzeit auf einer Reise durch Europa und den Nahen Osten. Letzte Station der Reise ist Saudi-Arabien. 

Trumps Amtszeit endet bald, am 20. Januar soll der demokratische Ex-Vizepräsident Joe Biden als neuer US-Präsident vereidigt werden. Trump erkennt seine Niederlage bei der US-Präsidentschaftswahl am 3. November aber weiterhin nicht an.

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AFP/Redaktion
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