Streit um weggefallene Reisefreiheit für Künstler nach dem Brexit

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Symbolbild: Konzert
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Zwischen der EU und Großbritannien ist ein Streit über visafreies Reisen für Künstler entbrannt, in den sich zunehmend Prominente wie Radiohead-Frontmann Thom Yorke einschalten. Die EU habe „für Journalisten, Künstler, Musiker“ und andere Berufskategorien umfassende Post-Brexit-Regelungen vorgeschlagen, sagte der EU-Verhandlungsführer Michel Barnier der belgischen Zeitung „L’Echo“. „Aber es braucht zwei für eine Einigung.“ Er bedauere, dass London „nicht mehr Ehrgeiz bei der Mobilität von Menschen“ akzeptiert habe.

Britische Musiker wie Thom Yorke oder Dua Lipa haben der britischen Regierung vorgeworfen, es versäumt zu haben, Musikern in den Verhandlungen mit der EU visafreies Reisen zu sichern. Laut dem britischen „Independent“ lehnte London eine Standardvereinbarung ab, die es Künstlern erlaubt hätte, bis zu drei Monate ohne Visum ins Land zu kommen. 

Premier Boris Johnson wies dies am Mittwoch im britischen Parlament zurück: „Das ist nicht wahr“, sagte er. „Wir wollten gegenseitige Rechte für Musiker auf Tour.“

Großbritannien sei entschlossen gewesen, die Reisefreiheit in den Verhandlungen zu beseitigen, sagte dagegen Barnier „L’Echo“. Aus seiner Sicht wurden von London „viele Folgen des Brexit unterschätzt und oft schlecht erläutert. Es gibt keine Reisefreiheit mehr, weil die Briten sie nicht wollten.“

Die britische Regierung hatte Anfang der Woche dagegen erklärt, sie habe eine „ehrgeizige Vereinbarung“ für Geschäftsreisende vorgeschlagen, „die auch Musiker abgedeckt hätte“. Dies habe die EU aber ihrerseits abgelehnt, sagte ein Sprecher.

Die Reisefreiheit für Bürger endete mit dem Austritt Großbritanniens aus dem europäischen Binnenmarkt zum 1. Januar. Beide Seiten haben aber vereinbart, dass Touristen pro Halbjahr 90 Tage ohne Visum einreisen können. Im Geschäftsbereich dürfen nur bestimmte Beschäftigte ohne Visum ins jeweils andere Gebiet reisen, etwa wenn sie an Konferenzen teilnehmen. Künstler sind dadurch nicht abgedeckt.

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AFP/Redaktion
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