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Bevölkerungsrückgang in Deutschland: Trendwende 2025

Bevölkerungsrückgang in Deutschland: Trendwende 2025

Kuppel des Deutschen Bundestags (über eddy.galeotti)

Zum Jahresende 2025 lebten rund 83,5 Millionen Menschen in Deutschland. Das sind etwa 100.000 Personen weniger als ein Jahr zuvor. Nach einer ersten Schätzung des Statistisches Bundesamt (Destatis) ist damit erstmals seit 2020 wieder ein Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Zuvor war die Einwohnerzahl – mit Ausnahme des ersten Corona-Pandemiejahres – zwischen 2011 und 2024 kontinuierlich gestiegen.

Wie bereits seit der deutschen Vereinigung 1990 überstieg auch 2025 die Zahl der Sterbefälle die der Geburten. Anders als in den Vorjahren konnte dieser natürliche Bevölkerungsverlust jedoch nicht mehr durch Zuwanderung ausgeglichen werden.

Steigendes Geburtendefizit bei rückläufigen Geburten

Die Zahl der Geburten ging 2025 weiter zurück. Auf Basis der bislang vorliegenden Standesamtsmeldungen rechnet Destatis mit 640.000 bis 660.000 Geburten (2024: 677.117). Die Zahl der Gestorbenen lag mit gut 1,0 Millionen nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.

Daraus ergibt sich ein Geburtendefizit von 340.000 bis 360.000 Personen. Seit 2022 übersteigt diese Lücke dauerhaft die Marke von 300.000. In den 2010er-Jahren hatte das durchschnittliche Geburtendefizit noch bei rund 171.000 Personen gelegen.

Deutlich geringere Nettozuwanderung

Parallel dazu ging die Nettozuwanderung spürbar zurück. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 zogen rund 220.000 Menschen mehr nach Deutschland zu als fort. Im gleichen Zeitraum 2024 hatte der Wanderungssaldo noch bei 391.500 gelegen.

Für das Gesamtjahr 2025 schätzt Destatis die Nettozuwanderung auf 220.000 bis 260.000 Personen. Damit lag sie mindestens 40 Prozent unter dem Vorjahreswert von 430.183 Personen. Ein ähnlich niedriges Niveau wurde zuletzt im Jahr 2020 erreicht. Im langfristigen Durchschnitt von 1990 bis 2024 lag der jährliche Wanderungssaldo bei rund 356.000 Personen.

Wendepunkt in der Bevölkerungsentwicklung

Erstmals seit 2020 reichten die Wanderungsgewinne nicht mehr aus, um das wachsende Geburtendefizit zu kompensieren. Die Folge: ein moderater, aber statistisch bedeutsamer Rückgang der Bevölkerungszahl.

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