Dramatische Szenen in Chile – Frau wird unschuldig angeschossen und über den Boden geschleift

Achtung: Dieser Beitrag enthält unter Umständen jugendgefährdendes Material. Die Bilder wurden von der Redaktion zum Schutz der Persönlichkeit verfremdet und Wunden weitestgehend verpixelt.

In Santiago de Chile und in weiteren Städten sind gestern erneut Zehntausende Bürger auf die Straße gegangen. Dabei kam es wieder zu schweren Ausschreitungen zwischen Polizisten und Demonstranten.

Sicherheitskräfte setzten Tränengas, Gummigeschosse und Wasserwerfer gegen die Protestanten ein. Vermummte warfen Molotowcocktails und trafen dabei einen Polizisten im Gesicht. Außerdem sollen Berichten zufolge in Valparíso, Viña del Mar und Concepción mehrere Plünderungen gegeben haben.

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Bei den Unruhen kamen bereits 20 Menschen ums Leben und Hunderte wurden dabei verletzt. Darunter die junge Protestantin Camila M. Sie wurde mit Gummigeschossen und Tränengas schwer verletzt. Im Interview, gab sie an: „Ich wusste gar nicht, warum die Polizisten auf mich mit Tränengas losgegangen sind. Als ich mich umdrehte, um zu sehen, was los ist, wurde ich aus acht Meter Entfernung mit Gummigeschossen in die Beine geschossen und konnte mich nicht mehr bewegen.“

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Beim anschließenden wegschleifen über den harten rauen Boden zerriss die Kleidung der jungen Protestantin.

„Ein Arzt untersuchte mich, ohne meine Verletzungen ernst zu nehmen.“, sagt sie weiter. Daraufhin wurde die Protestantin in Polizeigewahrsam genommen. Vor Ort wussten die Polizisten nicht, warum Camila dort hin verbracht wurde. Mit schweren Verletzungen wurde sie für mehrere Stunden eingesperrt und am frühen Morgen wieder freigelassen.

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Seit mehreren Wochen demonstrieren hunderttausende Chilenen auf der Straße. Auslöser war die Erhöhung der Fahrpreise für die Metro in Santiago, die inzwischen zurückgenommen wurde. Zudem fordern die Protestteilnehmer den Rücktritt Piñeras und eine grundlegende Änderung der Wirtschaftspolitik der Regierung.

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Über Raffi Gasser 1135 Artikel
Chefredakteur des Nürnberger Blatt und Programmdirektor von FLASH TV