Ein sicherer Hafen – nur bedingt: Antworten zum Kauf und Verkauf von Gold

Symbolbild: Feingold
Symbolbild: Feingold

Die Corona-Krise treibt die weltweite Nachfrage nach Gold und damit den Preis immer weiter nach oben. Anleger sehen in dem Edelmetall in unsicheren Zeiten einen sicheren Hafen für ihr Geld. Doch das ist nicht uneingeschränkt richtig.

Woraus ergibt sich der Goldpreis? 

Berechnungseinheit beim Goldhandel ist die Feinunze, die genau 31,1035 Gramm entspricht. Ihr Preis wird nur zum Teil durch die Nachfrage aus Schmuckbranche und Industrie nach echtem Gold bestimmt. Der andere Teil ergibt sich aus der Stimmung an den Finanzmärkten: Erachten viele Anleger gleichzeitig Investitionen in Gold als einträglicher als andere Geldanlagen, steigt der Kurs. 

Wie wird Gold verkauft? 

Beim Gold denken viele zuerst an Barren, Münzen oder Schmuck. Die physisch greifbare Variante steht aber nur für einen Teil der Goldanlagen. Auch Zertifikate, Optionsscheine, Fonds oder andere Wertpapiere bilden den Goldpreis ab oder werden von ihm beeinflusst. Diese abstraktere Variante erlaubt es auch, Wetten auf die Preisentwicklung abzuschließen. Geld verdienen kann, wer direkt in Aktien von Bergbau-Gesellschaften oder Goldminen investiert. 

Wo wird mit Gold gehandelt? 

Einige Banken und Unternehmen haben sich auf den Goldmarkt spezialisiert und wickeln den Handel mit Barren, Münzen und anderen Produkten ab. Goldpapiere gibt es überall dort zu kaufen, wo auch anderen Aktien gehandelt werden. In Deutschland wird in der Regel in Euro gezahlt, der Goldpreis lautet aber auf Dollar. Für Anleger in Europa ist deshalb entscheidend, wie die US-Währung notiert. Fällt sie, kann das einen gestiegenen Goldpreis wieder zunichte machen. 

Fallen beim Kauf Gebühren an? 

Ein standardmäßiger Aufschlag sorgt beim Goldkauf dafür, dass das Edelmetall immer über dem aktuellen Kurs eingekauft werden muss. Anleger brauchen also einen langen Atem. Die Höhe der Gebühr pro Feinunze fällt aber mit der eingekauften Menge. Barren kosten außerdem meist verhältnismäßig mehr als Münzen. Die geprägten Taler wiederum haben oft eigenen Sammlerwert, der den Preis ebenso beeinflussen kann. Bei Goldpapieren liegt der Aufschlag wie bei den meisten Wertpapieren bei bis zu fünf Prozent. 

Wie wird Gold versteuert? 

In Deutschland ist der Verkauf von Barren und Münzen meist steuerfrei, bei Goldpapieren ist das nicht der Fall: Sie werden wie Aktien behandelt. Beim Verkauf von Goldzertifikaten fallen 25 Prozent Abgeltungssteuer auf die Gewinne an. 

Sind Goldanlagen wirklich sicher? 

Die Antwort darauf ist ein klares „Jein“. Die weltweite Goldmenge ist durch begrenzte Vorkommen gedeckelt. Solange keine bislang unbekannten Lagerstätten erschlossen werden, wird die Nachfrage dem Metall immer einen gewissen Wert bescheren. In den vergangenen Jahren schwankte der Kurs allerdings mitunter erheblich – woraus sich auch große Verlustrisiken ergeben. Dem Anleger bleibt, auf einen grundsätzlichen Aufwärtstrend zu hoffen. Denn Gold bringt keine Zinsen. 

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