Sängerin Julia Neigel: „Ich habe #MeToo am eigenen Leib erlebt“

Bild: glomex

Die mit der Jule Neigel Band Ende der 80er Jahre bekannt gewordene Sängerin Julia Neigel wurde während des musikalischen Erfolgs von Männern in ihrem Umfeld unterdrückt. „Ich habe #MeToo am eigenen Leib erlebt“, sagte die 54-Jährige der Illustrierten „Bunte“ laut Vorabmeldung vom Mittwoch über die damaligen Erlebnisse. Die #MeToo-Bewegung will das Ausmaß sexuellen Missbrauchs öffentlich machen.

„Jahrelang hörte ich, ich sei als Frau nichts wert, ich erlebte keinen Respekt, sollte stattdessen die hübsche Marionette für die Männer um mich herum sein“, sagte Neigel der „Bunten“. Diese hätten auf ihre Kosten Karriere gemacht, „bestimmten komplett über mein Leben“.

Neigel sagte, sie habe damals gedacht, das sei halt so in ihrem Beruf. „Um mich herum gab es zu viel negative Energie, zu viel Alkohol und Drogen – und ich konnte mich nicht daraus befreien.“ Als sie damals schließlich mit anwaltlicher Hilfe die Band aufgelöst habe, habe sie Morddrohungen bekommen und unter Polizeischutz gestanden. „Ich hatte furchtbare Angst um mein Leben, aber dann dachte ich: Freiheit ist das Wichtigste.“

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