Bei den deutschen Erdgasimporten spielt Russland die führende Rolle

Symbolbild: Erdgas-Einrichtung
Symbolbild: Erdgas-Einrichtung

Im Jahr 2019 wurde laut Statistischem Bundesamt Erdgas im Wert von 27,06 Milliarden Euro nach Deutschland eingeführt. Nach einem Rückgang in den Jahren 2016 und 2017 hat das Importvolumen wieder deutlich zugenommen. Die meisten der Einfuhren kommen seit einigen Jahren aus Russland, aktuelle Zahlen gibt es jedoch offiziell nicht.

Laut Erhebungen des Energiekonzerns BP war im Jahr 2017 insgesamt 51,1 Prozent des nach Deutschland eingeführten Erdgases russischer Herkunft. 27,1 Prozent kamen aus Norwegen und 21,3 Prozent aus den Niederlanden. Weitere Importländer spielten keine größere Rolle. Den deutschen Erdgasverbrauch gab BP für 2017 mit 87,7 Milliarden Kubikmeter an, für 2019 mit 88,7 Milliarden Kubikmeter.

Beim Absatz der russischen Gazprom-Gruppe nimmt Deutschland einen Spitzenplatz ein. 2019 wurden hierhin 44,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas verkauft, also etwas mehr als die Hälfte des Jahres-Gesamtverbrauchs. Das ist bei den Ausfuhren von Gazprom der zweite Platz hinter Großbritannien mit 59 Milliarden Kubikmetern und deutlich vor Italien mit 22 Milliarden Kubikmetern. Staaten der früheren Sowjetunion werden in dieser Statistik nicht erfasst. 2018 hatte das Volumen der Verkäufe von Gazprom nach Deutschland mit 65,7 Milliarden Kubikmetern deutlich höher gelegen.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gab für 2015 noch den Anteil Russlands und Norwegens an den deutschen Erdgasimporten mit jeweils 34 Prozent an, den der Niederlande mit 29 Prozent. Seither werden die Importe vom Bafa aus rechtlichen Gründen nicht mehr nach Ländern aufgeschlüsselt. Auch sind die beteiligten Unternehmen nicht verpflichtet, ihre Daten zur Verfügung zu stellen.

Zwar wird auch in Deutschland Erdgas gefördert, jedoch ist dessen Marktanteil gering. Aus heimischer Erzeugung konnte nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums für das Jahr 2016 lediglich knapp sechs Prozent des Gasverbrauchs von damals insgesamt 95 Milliarden Kubikmeter abgedeckt werden. Seither ist die Importabhängigkeit laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen noch weiter gestiegen.

Erdgas trug laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen 2018 etwa 23,7 Prozent zum Primärenergieverbrauch in Deutschland bei. 39 Prozent des Verbrauchs betraf die Industrie, 29 Prozent private Haushalte. Es folgten Gewerbe und Handel sowie die Stromversorgung mit jeweils zwölf Prozent.

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