Ärzte sehen Gesundheitsämter an Belastungsgrenze

Gesundheitspersonal - Bild: Prostock-studio
Gesundheitspersonal - Bild: Prostock-studio

Angesichts der weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen sehen Ärztevertreter die Gesundheitsämter an der Belastungsgrenze. Viele Ämter könnten dieser extremen Belastung nicht mehr lange standhalten, warnte die Vorsitzende der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, am Dienstag im Magazin „Spiegel“. „Die Karte färbt sich von Süd nach Nord rot“, beschrieb sie die wachsende Zahl von Neuinfektionen in den vergangenen Wochen.

Da „können Sie sich vorstellen, wie viel Arbeit vom einen auf den anderen Tag in den Gesundheitsämtern anfällt“, sagte Teichert weiter. Mit der aktuellen Personalstruktur und technischen Ausrüstung in vielen Gesundheitsämtern sei die Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten kaum noch zu bewerkstelligen. Die Ärzteverbands-Chefin forderte auch, bundesweit dringend die Digitalisierung in den Behörden voranzutreiben. Vielerorts seien noch Faxe im Einsatz, „da muss dringend was passieren“.

FDP-Vize Wolfgang Kubicki und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerten im „Spiegel“ Zweifel, ob die aktuellen Corona-Einschränkungen wie geplant Ende November auslaufen können. „Ich befürchte, dass die Infektionszahlen auch Ende November noch nicht heruntergehen“, sagte Kubicki. Dann die Beschränkungen wieder aufzuheben sorge nur für einen Jo-Jo-Effekt der Maßnahmen den ganzen Winter über. „Weihnachten und Silvester feiern können wir“, zeigte sich Lauterbach zwar optimistisch, allerdings „auf keinen Fall wie im letzten Jahr“.

Laut dem Divi-Intensivregister der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin stieg die Zahl der Corona-Patientinnen und Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden, am Dienstag im Tagesvergleich um 54 auf 3059 an. Davon wurden 1737 invasiv beatmet, 49 mehr als am Vortag. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Morgen mit 15.332 angegeben. Dies entspricht ungefähr dem Stand, der auch am Dienstag der Vorwoche registriert wurde.

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