Kroatien von Nachbeben erschüttert – Suche nach möglichen Verschütteten dauert weiter an

Kroatische Flagge - Bild: SteveAllenPhoto via Twenty20
Kroatische Flagge - Bild: SteveAllenPhoto via Twenty20

Einen Tag nach dem schweren Erdbeben in Kroatien mit mindestens sieben Toten ist das Land am Mittwoch von weiteren Beben erschüttert worden. Die US-Erdbebenwarte USGS registrierte am Morgen gegen 06.15 Uhr kurz hintereinander zwei Erdbeben der Stärke 4,8 und 4,7 in der Region um Sisak südöstlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Zunächst wurden keine neuen Schäden durch die beiden Nachbeben gemeldet.

Am Dienstag hatte ein Beben der Stärke 6,4 in der Region und insbesondere in der Ortschaft Petrinja schwere Schäden angerichtet. Sieben Menschen starben, darunter ein Mädchen. Rund 20 weitere wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Aus Angst vor Nachbeben verbrachten viele Einwohner die Nacht in ihren Autos. Rund 200 Menschen wurden in einer Kaserne untergebracht. 

Derweil suchten Einsatzkräfte der Bergrettung in Petrinja und mehr als 80 angrenzenden Dörfern weiter nach möglichen Verschütteten. Die Nacht über sei niemand in den Trümmern entdeckt worden, sagte Bergrettungschef Josip Granic.

Durch das Beben vom Dienstag wurden hunderte Wohnhäuser, Schulen und andere Gebäude beschädigt. Am Mittwochmorgen waren mehrere Viertel von Sisak und Petrinja weiterhin von der Stromversorgung abgeschnitten. Die kroatische Regierung wollte im Tagesverlauf über Hilfen für die Katastrophenregion beraten. Außerdem will sich der EU-Kommissar für Krisenhilfe, Janez Lenarcic, vor Ort ein Bild von der Lage machen. Im Onlinedienst Twitter kündigte er an, die EU werde „Winterzelte, elektrische Heizungen, Betten und Schlafsäcke ebenso wie als Unterkünfte nutzbare Container“ nach Kroatien schicken.

Die Balkan-Region ist stark erdbebengefährdet, weil sich dort die afrikanische Platte unter die eurasische schiebt. Im März war Zagreb von einem Beben der Stärke 5,3 erschüttert worden.

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