Putin dementiert Beteiligung der Geheimdienste an Nawalny-Attentat

Vladimir Putin - Bild: Kremlin.ru / CC BY
Vladimir Putin - Bild: Kremlin.ru / CC BY

Kreml-Chef Wladimir Putin hat eine Beteiligung russischer Geheimdienste am Giftanschlag auf den Oppositionellen Alexej Nawalny bestritten. Wären diese involviert gewesen, „hätten sie es zu Ende gebracht“, sagte Putin am Donnerstag bei seiner traditionellen Pressekonferenz zum Jahresende. Nawalny werde von US-Geheimdiensten unterstützt und müsse daher auch von den russischen Diensten beobachtet werden. „Aber dies bedeutet keineswegs, dass er vergiftet werden muss“, sagte Putin.

Putin bezog sich auf Berichte, wonach der prominente Kreml-Kritiker vom Inlandsgeheimdienst FSB vergiftet wurde. Die Recherchen mehrerer Medien, unter ihnen CNN und der „Spiegel“, seien keine Enthüllungen, sondern lediglich eine Bestätigung der von den US-Geheimdiensten bereitgestellten Informationen. Er nannte Nawalny nicht beim Namen, sondern bezeichnete ihn als „Patienten der Berliner Klinik“. Nawalny war nach dem Giftanschlag in der deutschen Hauptstadt behandelt worden. 

Anfang der Woche hatte unter anderem der „Spiegel“ berichtet, dass mindestens acht FSB-Mitarbeiter in Verbindung mit dem Giftanschlag auf Nawalny identifiziert worden seien. Bei den Identifizierten handele es sich um sechs ausführende Agenten und zwei mutmaßliche Führungskräfte, berichtete das Magazin, das gemeinsam mit den Investigativplattformen Bellingcat und The Insider sowie dem US-Nachrichtensender CNN recherchierte.

Nawalny war am 20. August auf einem Flug vom sibirischen Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Zwei Tage später wurde der 44-Jährige, noch im Koma liegend, zur Behandlung in die Berliner Universitätsklinik Charité gebracht. 

Nach Angaben von drei europäischen Laboren, deren Ergebnisse von der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) bestätigt wurden, wurde Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Nawalny befindet sich immer noch in Deutschland, wo er sich von dem Anschlag erholt. 

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