Trump mauert, Biden bereitet vor – Die Wochen seit der US-Präsidentschaftswahl vom 3. November

Weißes Haus, USA
Weißes Haus, USA

Die US-Präsidentschaftswahl vom 3. November wird am Donnerstag genau einen Monat zurückliegen. Während Wahlsieger Joe Biden die Übernahme der Amtsgeschäfte vorbereitet, räumt Amtsinhaber Donald Trump seine Niederlage immer noch nicht ein. Eine Chronologie von vier turbulenten Wochen:

3. November

Amerika wählt. In der Nacht ruft Trump sich zum Sieger aus, obwohl der Ausgang der Wahl in vielen Bundesstaaten noch nicht feststeht: „Wir haben diese Wahl gewonnen.“ Der Präsident spricht im Weißen Haus von angeblichem Wahlbetrug, verlangt einen Stopp der laufenden Stimmauszählung und kündigt an, bis vor den Obersten Gerichtshof ziehen zu wollen.

4. November

US-Medien rufen Biden zum Sieger in den wichtigen Bundesstaaten Michigan und Wisconsin aus. In den kommenden Tagen zieht Biden außerdem in der laufenden Stimmauszählung in Pennsylvania und Georgia an Trump vorbei.

7. November

Die großen US-Sender rufen Biden zum Wahlsieger auf. Trump, der just zu diesem Zeitpunkt beim Golfspielen ist, erkennt das nicht an: „Die Wahl ist noch lange nicht vorbei“, erklärte der Republikaner und kündigt eine Reihe weiterer Klagen an. Biden spricht am Abend in seiner Siegesrede von einem „klaren“ und „überzeugenden“ Sieg – und verspricht eine Versöhnung der USA.

9. November

Trump entlässt seinen Verteidigungsminister Mark Esper, der sich unter anderem gegen eine rasche Truppenreduzierung in Afghanistan ausgesprochen hatte. Nur rund eine Woche später wird ein Abzug von rund 2000 der 4500 in Afghanistan stationierten US-Soldaten angekündigt.

10. November

Biden bezeichnet Trumps Verhalten nach der Wahl als „Peinlichkeit“.

15. November

Erstmals deutet Trump einen Wahlsieg Bidens an: „Er hat gewonnen, weil die Wahl manipuliert war“, schreibt der Präsident auf Twitter – nimmt diese Aussage aber später zurück. Zwei Tage zuvor hatte Trump in einem Nebensatz gesagt, die „Zukunft“ werde zeigen, wer das Land künftig regieren werde.

17. November

Trump entlässt den Leiter der US-Cybersicherheitsbehörde CISA, Chris Krebs. Dieser war zusammen mit Wahlverantwortlichen den Betrugsvorwürfen des Präsidenten entgegengetreten und hatte die Wahl als „die sicherste der US-Geschichte“ bezeichnet.

19. November

In einer bizarren Pressekonferenz in der Parteizentrale der Republikaner erheben Trumps Anwälte Rudy Giuliani und Sidney Powell teils wirre Betrugsvorwürfe. Später distanziert sich das Trump-Lager von Powell.

Derweil bestätigt eine Neuauszählung aller Stimmen Bidens knappen Sieg im Schlüsselstaat Georgia. Einen Tag später wird das Wahlergebnis in dem Südstaat offiziell zertifiziert.

23. November

Biden vergibt außen- und sicherheitspolitische Schlüsselposten. So soll sein langjähriger Berater Antony Blinken neuer Außenminister werden. Am selben Tag wird Bidens Wahlsieg im Bundesstaat Michigan zertifiziert. Trump hatte bei Gesprächen mit Wahlverantwortlichen und Landespolitikern versucht, eine Zertifizierung zu verzögern.

Ebenfalls am 23. November genehmigt die Leiterin der US-Bundesverwaltungsbehörde GSA, Emily Murphy, Bidens Übergangsteam Zugang zu Behördengebäuden, Finanzmitteln und Mitarbeitern. Dieser bürokratische Akt ist eine Wegmarke beim Übergang von einer US-Regierung zur nächsten. 

24. November

Auch Pennsylvania zertifiziert Bidens Wahlsieg. In dem Bundesstaat hatte das Trump-Lager zahlreiche Klagen eingereicht – und vor Gericht krachende Niederlagen erlitten. Ein Richter sprach gar von „juristischen Argumenten ohne Grundlage und spekulativen Anschuldigungen“.

25. November

Trump begnadigt seinen in die Russland-Affäre verstrickten früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn.

30. November

Biden stellt sein designiertes Wirtschaftsteam vor, unter anderem die frühere Notenbankchefin Janet Yellen als künftige Finanzministerin. Am selben Tag wird Bidens Wahlsieg von den Bundesstaaten Arizona und Wisconsin bestätigt.

1. Dezember

US-Justizminister Bill Barr weist Trumps Betrugsvorwürfe klar zurück: „Bislang haben wir keinen Betrug von einem Ausmaß gesehen, das zu einem anderen Ausgang der Wahl hätte führen können.“

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