Google-Mutter zieht bei Internet-Ballons die Reißleine

Google Loon - Bild: Flicker User: iLighter, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Google Loon - Bild: Flicker User: iLighter, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Wegen fehlender Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg stoppt der Google-Mutterkonzern Alphabet sein Ballon-Projekt „Loon“, das abgelegene Gegenden oder auch Katastrophengebiete mit Zugang zum Internet versorgen sollte. Wie „Loon“-Chef Alastair Westgarth am Freitag mitteilte, gelang es der Firma nicht, „die Kosten tief genug zu senken, um einen langfristigen, tragfähigen Geschäftsbetrieb aufzubauen“. 

Die Firma, die 2018 als eigenständiges Unternehmen aus der Alphabet-Forschungsabteilung X hervorgegangen war, soll nun „in den kommenden Monaten“ abgewickelt werden. „Loon“ hofft demnach darauf, dass die Mitarbeiter anderweitig bei Alphabet unterkommen.

Astro Teller von der Forschungsabteilung X – die Ideenschmiede des US-Technologieriesen für sogenannte „Moon Shots“, also die „Mondflüge“ des Digitalzeitalters – bedauerte die Entscheidung in einem Blogeintrag. Trotz bahnbrechender technischer Leistungen über die vergangenen neun Jahre habe sich der Weg zu „kommerzieller Lebensfähigkeit“ aber „traurigerweise“ als länger und auch riskanter als erhofft erwiesen.

Die solarbetriebenen und zur Navigation mit intelligenten Algorithmen ausgestatteten „Loon“-Ballons waren entwickelt worden, um in der Stratosphäre etwa 20 Kilometer oberhalb des Erdbodens als schwebendes Bindeglied zum Internet zu dienen. Der erste Einsatz fand in Puerto Rico im Oktober 2017 statt, nachdem dort Hurrikan „Maria“ die Telefonverbindung für einen Großteil der 3,4 Millionen Bewohner zerstört hatte.

Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem US-Telekommunikationskonzern AT&T angekündigt, um in der Folge möglicher ähnlicher Naturkatastrophen weiterhin Mobilfunkdienste anbieten zu können. Außerdem gibt es eine Kooperation mit dem kenianischen Anbieter Telkom, wo mittels der Heliumballons ein Mobilfunknetz geplant war. Dieses sei nun „in der Schwebe“, berichteten kenianische Medien am Freitag.

Anzeige

AFP/Redaktion
Über AFP/Redaktion 22600 Artikel
Hier schreiben und kuratieren die Redakteure der Redaktion des Nürnberger Blatt

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

Jeder Kommentar ist willkommen. Bitte beachte: Um die missbräuchliche Nutzung der Kommentarfunktion (Hassrede, Hetze, Spam, Links u. Ä.) zu verhindern, musst du deinen Klarnamen (bestehend aus Vor- und Nachname) und deine E-Mail-Adresse (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht) angeben. Sobald dein Kommentar geprüft wurde und dieser nicht gegen die Netiquette verstößt, wird er durch die Redaktion freigeschalten und veröffentlicht.