Studie: Fast 480.000 Tote durch extreme Wetterereignisse seit 2000

Unwetter - Bild: guaguopoker via Twenty20
Unwetter - Bild: guaguopoker via Twenty20

Bei extremen Wetterereignissen sind laut einer Studie in den vergangenen 20 Jahren fast eine halbe Million Menschen ums Leben gekommen. Ereignisse wie heftige Stürme, Fluten und Hitzewellen hätten zudem seit dem Jahr 2000 wirtschaftliche Schäden in Höhe von 2,56 Billionen Dollar (rund 2,1 Billionen Euro) verursacht, hieß es in einem am Montag anlässlich des internationalen Klimaanpassungs-Gipfels veröffentlichten Berichts der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. Am härtesten treffe es Entwicklungsländer, doch auch Deutschland befinde sich unter den 20 am stärksten betroffenen Ländern. 

Bei der Untersuchung von mehr als 11.000 extremen Wetterereignissen seit Beginn des Jahrhunderts gab es dem Bericht zufolge fast 480.000 Todesopfer. Die meisten Menschen starben demnach in Puerto Rico, Myanmar und Haiti. Auch Industrieländer seien aber zunehmend betroffen. So komme Deutschland mit mehr als 10.700 Todesopfern besonders bei Hitzewellen sowie wirtschaftlichen Schäden von durchschnittlich 4,27 Milliarden Dollar pro Jahr an 18. Stelle weltweit.

Im Pariser Klimaabkommen hatten sich 2015 wohlhabendere Länder verpflichtet, 100 Milliarden Dollar pro Jahr an ärmere Staaten für Klimaschutz und -anpassung zu zahlen. Nach aktuellen Studien liegen die tatsächlichen Zahlungen jedoch weit darunter. Ärmere Staaten, „die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben, benötigen nun dringend finanzielle und technische Unterstützung“, erklärte David Eckstein, einer der Autoren des Klima-Risiko-Index von Germanwatch. 

Im Pariser Abkommen sind 50 Milliarden Dollar jährlich für die Anpassung an Folgen des Klimawandels wie Überflutungen und Dürren vorgesehen. Durch eine Zunahme von Wetterkatastrophen in den vergangenen Jahren schätzt die UN den jährlichen Bedarf aktuell jedoch bereits auf 70 Milliarden Dollar pro Jahr. Derzeit seien jedoch nur 30 Milliarden Dollar verfügbar.

Bis 2030 könnte der Bedarf laut einer im Januar veröffentlichten UN-Studie auf bis zu 300 Milliarden steigen. Bis 2050 könnten pro Jahr 500 Milliarden Dollar für Anpassungen an Wetterextreme nötig werden. 

Im Klima-Risiko-Index von Germanwatch gehören acht der zehn meistbetroffenen Staaten zur Gruppe der Länder mit niedrigen oder niedrigen mittleren Einkommen pro Kopf. „Eine Reihe von Ländern wie Haiti, die Philippinen oder Pakistan werden mittlerweile so oft von Wetterextremen heimgesucht, dass sie kaum noch in der Lage sind sich von den einzelnen Katastrophen zu erholen“, erklärte Vera Keunzel von Germanwatch. 

Germanwatch erstellt den Globalen Klima-Risiko-Index seit 2006 jährlich mit Daten des Rückversicherers Munich Re sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF).

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AFP/Redaktion
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