Thüringens Ministerpräsident Ramelow zu Clubhouse: „Meine Entschuldigung war ernst gemeint“

Bodo Ramelow - Archivbild
Bodo Ramelow - Archivbild

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat nach dem Eingeständnis des Handyspielens während des Corona-Gipfels versucht, das dadurch entstandene Bild von seiner Person zu korrigieren. Es werde der Eindruck erzeugt, er höre nicht zu, sitze nur da und zocke, sagte Ramelow der Wochenzeitung „Die Zeit“ laut Vorabmeldung von Mittwoch. „Als wäre ich verantwortungs- und empathielos und würde mich um die Toten nicht scheren.“

Das Gegenteil sei aber der Fall. „Corona bereitet mir schlaflose Nächte.“ Er könne die Empörung verstehen, wenn nur die veröffentlichte Meinung der vergangenen Tage betrachtet werde. In solchen teils über zehn Stunden dauernden Sitzungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würden sich aber immer „Phasen höchster Anspannung“ mit „Phasen, in denen man Zerstreuung sucht“, abwechseln.

Es gebe immer wieder längere Unterbrechungen. Das seien Momente, „in denen manche Kollegen die Post machen“. „Andere rauchen eine Zigarette oder laufen über den Gang – ich spiele auf dem Handy“, sagte Ramelow. Da sei er „bestimmt nicht der einzige“. Hellwach müssten die Teilnehmer sein, wenn Beschlüsse gefällt oder etwa Textpassagen bearbeitet würden.

Reumütig zeigte sich Ramelow in der „Zeit“ bezüglich seiner Bezeichnung von Merkel als „das Merkelchen“. „Ich hätte von Ramelowchen oder Söderchen oder Kretschmännchen sprechen sollen“, sagte der Ministerpräsident. „Stattdessen habe ich von einer Frau gesprochen – das war dumm und wirkte despektierlich.“ Er habe dadurch „männliches Machtgehabe an den Tag gelegt, ohne es zu merken“, sagte Ramelow. Er habe Merkel nicht angreifen und sie nicht herabsetzen wollen, „aber ich habe es getan“.

Dem Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Mittwoch sagte der Linken-Politiker, er halte die Affäre um seine Äußerungen in einem Chat in der App Clubhouse nun für abgeschlossen. „Meine Entschuldigung war ernst gemeint.“ Er wolle sich „aber jetzt nicht immer wieder rechtfertigen“. Er habe seine Lektion gelernt, sagte Ramelow. „Die neue Medienkompetenz wird in Zukunft in Ramelows gemessen.“

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