Sohn von in Indien inhaftiertem Briten bittet Premierminister Johnson um Hilfe

Boris Johnson - Bild: Andrew Parsons / No 10 Downing Street
Boris Johnson - Bild: Andrew Parsons / No 10 Downing Street

Der Sohn des in Indien inhaftierten britischen Waffenhändlers Christian Michel hat Premierminister Boris Johnson um Hilfe gebeten. „Ich hoffe, er wird in Betracht ziehen, dass er ein britischer Staatsbürger ist und unter seinem Schutz als Premierminister unseres Landes steht“, sagte der 26-jährige Alaric Michel dem Sender Sky News am Samstag. Der Fall steht möglicherweise in Verbindung mit der mutmaßlich in Dubai festgehaltenen Prinzessin Latifa.

Am Vortag hatte die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Verhaftungen (WGAD) Michels Freilassung gefordert. Indien wies die Vorwürfe jedoch zurück, der Brite werde ohne rechtliche Grundlage festgehalten und seine Festnahme sei politisch motiviert gewesen.

Der 59-jährige Michel sitzt seit Dezember 2018 in Indien im Gefängnis, nachdem er von den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgeliefert worden war. Nach Angaben seines Sohnes wird er unter „schlimmsten Bedingungen“ festgehalten. Die Familie sorge sich um seine Gesundheit. 

Der Fall von Michel steht möglicherweise in Verbindung mit Prinzessin Latifa, der Tochter des Emirs von Dubai. Diese war nach einem Fluchtversuch 2018 auf hoher See von Indischen Sondereinsatzkräften festgenommen worden. Seitdem wurde sie nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Sie wird nach eigenen Angaben in einer Villa in Dubai festgehalten. Der britische Sender BBC veröffentlichte in dieser Woche einen Video-Hilferuf der 35-Jährigen. 

Sky News veröffentlichte nun ein von Michel während seiner Gefangenschaft in Dubai aufgenommenes Video, in dem dieser seine Auslieferung mit Latifas Fall in Verbindung bringt. „2018 hat sich alles verändert. Ein Ereignis im Indischen Ozean hat mein Leben und die mich betreffenden Verfahren komplett verändert“, sagte Michel. „Das alles würde mich nicht betreffen, wenn es einige Treffen im Juli, nach der Rückkehr von Latifa, nicht gegeben hätte.“

Michel hatte in den Vereinigten Arabischen Emiraten als Mittelsmann und Berater für eine Tochterfirma der britisch-italienischen Firma AgustaWestland gearbeitet, ihrerseits eine Tochter des Rüstungsunternehmens Finmeccanica. Ihm wurde vorgeworfen, im Rahmen eines Hubschrauberdeals Schmiergeldzahlungen an indische Beamte organisiert zu haben. Indien stornierte das Geschäft im Januar 2014 aufgrund von Bestechungsvorwürfen.

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AFP/Redaktion
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