Herzogin Meghan: Mit Suizidgedanken im Stich gelassen und als Afroamerikanerin diskriminiert

Herzogin Meghan sucht offenbar nicht mehr den Kontakt zu ihrer besten Freundin Jessica Mulroney - FiledIMAGE/ shutterstock.com

Meghan hatte Suizidgedanken, Harry ist von seinem Vater Prinz Charles enttäuscht und dem Buckingham-Palast soll die Hautfarbe ihres Sohnes Archie alles andere als egal gewesen sein. Das Interview des Queen-Enkels und seiner Frau mit US-Starmoderatorin Oprah Winfrey enthält einige explosive Äußerungen, aber auch Einblicke in ihr neues Leben in Kalifornien. Die wichtigsten Aussagen im Überblick:

Quälende Suizidgedanken

Nachdem Harrys Beziehung zu der damaligen US-Schauspielerin Meghan Markle von den britischen Medien zunächst mit Begeisterung aufgenommen worden war, kippte die Berichterstattung nach ihrer Hochzeit im Mai 2018. Mit ihren ständigen Negativschlagzeilen brachte die britische Presse Meghan nach ihren Angaben so weit, dass ihr ihr Leben nicht mehr lebenswert erschien. „Und ich… wollte einfach nicht mehr leben“, sagte die 39-Jährige in dem Interview. „Und das war ein sehr klarer und realer und beängstigender ständiger Gedanke.“

Auf Winfreys Frage, ob sie auch während ihrer ersten Schwangerschaft Suizidgedanken gehabt habe, antwortete Meghan: „Ja. Das war sehr, sehr klar.“ Sie habe sich daher an den Palast gewandt. „Ich bin zu einer der ranghöchsten Personen gegangen, einfach um… um Hilfe zu bekommen. Mir wurde gesagt, dass ich das nicht könnte, dass dies nicht gut für die Institution wäre.“

Letztlich suchte Meghan nach eigenen Angaben bei jemandem aus dem engsten Freundeskreis von Harrys 1997 verstorbener Mutter Diana Hilfe. „Wer sonst könnte verstehen, wie es… wie es da drinnen tatsächlich ist“, sagte die 39-Jährige mit Blick auf Dianas Schicksal.

Gespräche über Archies Hautton

Meghan, die die Tochter eines Weißen und einer Schwarzen ist, schilderte, dass Harry ihr verraten habe, dass es an offizieller Stelle Sorge um die Hautfarbe ihres ungeborenen Sohnes gegeben habe. „In diesen Monaten, als ich schwanger war… gab es hintereinander das Gespräch ‚er wird keinen Schutz bekommen, er wird keinen Titel bekommen‘ und auch Sorgen und Gespräche darüber, wie dunkel seine Haut sein mag, wenn er geboren ist.“ 

Auf Winfreys Frage, ob die Sorge bestand, dass ihr Kind „zu braun“ werde, antwortete Meghan: „Wenn das die Schlussfolgerung ist, die Du ziehst, denke ich, dass fühlt sich wie eine ziemlich sichere an.“

Nach dem Interview betonte Winfrey, an den Gesprächen im Königshaus über die Hautfarbe des Kindes seien weder Königin Elizabeth II. noch deren Ehemann Prinz Philip beteiligt gewesen. Harry „wollte sichergehen, dass ich weiß, … dass es weder seine Großmutter noch sein Großvater waren, die Teil dieser Gespräche waren“, sagte die Moderatorin.

Dem Rufmord schutzlos ausgeliefert

Die Boulevardpresse stürzte sich auf die Geschichte, wie Meghan ihre Schwägerin Kate während der Anprobe für ein Blumenmädchen-Kleid für ihre Tochter Charlotte zum Weinen gebracht habe. Dazu sagte Meghan nun: „Jeder in der Institution wusste, dass das nicht wahr ist.“ In Wirklichkeit habe Kate sie zum Weinen gebracht und ihre „Gefühle verletzt“. Kate habe sich „über etwas aufgeregt, aber sie hat es zugegeben und sie hat sich entschuldigt“.

Der Vorfall war für Meghan „ein Wendepunkt“ in ihrer Beziehung zu den Royals. Dass diese die falsche Berichterstattung über sie hätten unkommentiert stehen lassen, sei „der Beginn eines wahren Rufmords“ gegen sie gewesen. „Ich habe verstanden, dass ich nicht nur nicht geschützt werde, sondern dass sie bereit waren zu lügen, um andere Familienmitglieder zu schützen.“

Vom Vater im Stich gelassen

Prinz Harry schilderte seine Enttäuschung über das Verhalten seines Vaters während der Auseinandersetzungen. „Ich fühle mich wirklich im Stich gelassen, weil er etwas Ähnliches durchgemacht hat. Er weiß, welchen Schmerz man empfindet.“ Mittlerweile spreche er aber wieder mit Prinz Charles und werde ihn „immer lieben“.

Seinen Vater und seinen älteren Bruder William beschrieb Harry als „gefangen“ in den Konventionen der Monarchie. „Sie schaffen es da nicht raus. Und ich habe großes Mitgefühl dafür.“

Harry versicherte, er sei „traurig“, dass er und Meghan nicht aktive Mitglieder des britischen Königshauses hätten bleiben können. Er habe aber kein schlechtes Gewissen, weil er und seine Frau „alles getan haben, was wir konnten, damit es funktioniert“. 

Die Freude auf eine Tochter

In dem Interview verkündeten Meghan und Harry strahlend das Geschlecht ihres zweiten Kindes: „Es ist ein Mädchen!“ und werde im Sommer zur Welt kommen. Für das Paar ist die Familienplanung damit abgeschlossen. „Einen Jungen zu bekommen und dann ein Mädchen, ich meine, was kann man sich mehr wünschen?“, sagte Harry.

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AFP/Redaktion
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