Bauern in Frankreich protestieren gegen EU-Agrarpolitik

Symbolbild: Traktor beim Felder mit Pestiziden gießen
Symbolbild: Traktor beim Felder mit Pestiziden gießen

Hunderte Landwirte in Frankreich haben am Freitag gegen die künftige gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP) protestiert. Zwischen 1200 und 1500 Traktoren fuhren nach Behörden- und Organisatorenangaben vor dem Europaparlament in Straßburg auf, sie trugen Plakate wie „Grüner ist teurer“ oder „GAP 2023, der Tod der Landwirtschaft“. Der Vertreter der Weizenanbauer in Frankreich etwa, Eric Thirouin, sagte AFP, der „Rückgang“ der Landwirtschaft sei das „Leitmotiv“ der Pläne – „das ist für uns nicht hinnehmbar“.

Die geplante Reform soll die gemeinsame Agrarpolitik grüner, einfacher und gerechter machen und dafür die Hilfen für Landwirte stärker an Umweltauflagen koppeln. Derzeit verhandeln darüber noch das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten. Ein Streitpunkt ist dabei die Frage, wie groß der Anteil der EU-Mittel sein soll, deren Auszahlung an die Teilnahme der Landwirte an Umweltprogrammen geknüpft wird – die so genannten Eco-Schemes.

Bauernvertreter Thirouin sagte in Straßburg, „wir geraten unter ein administratives Joch“, das „unsere Existenz vernichten“ werde. Er kritisierte insbesondere die Eco-Schemes – damit würden die Getreidebauern in Frankreich ein Drittel weniger Subventionen aus Brüssel bekommen. Der Vorsitzende des Bauernverbands FDSEA in der Region Moselle, Fabrice Couturier, kritisierte, die Umweltprogramme würden „immer größer und grotesker“ – sie seien praktisch nicht umsetzbar. Ökologie sei nicht möglich ohne Ökonomie.

Auch in Deutschland protestieren Bauern mit Traktoren-Konvois gegen die GAP-Reform. Der Bauernverband beklagt „schmerzhafte Einschnitte“. Er mahnt an, zusätzlich zu Umweltaspekten auch die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte im Blick zu halten.

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