Erschöpft von Corona und jetzt auch noch frühjahrsmüde – Was hilft dagegen?

Depression - Bild: jordvdz via Twenty20
Depression - Bild: jordvdz via Twenty20

Nach dem langen, kalten Winter wird es in der Natur endlich grün. Und der für den April typische Mix aus Regen, Schneeregen, Graupel, milderen Tagen und Kälteeinbrüchen weicht langsam wärmeren Frühlingstemperaturen. Doch viele Menschen sind nicht nur durch die andauernde Corona-Krise erschöpft, der Wechsel der Jahreszeiten sorgt nun auch noch für Frühjahrsmüdigkeit. Fragen und Antworten:

WAS IST FRÜHJAHRSMÜDIGKEIT?

Meist zeigt sich das große Gähnen, wenn es einige Tage mit wärmeren Temperaturen gab. Rund ein Viertel der Bevölkerung spürt nach Angaben von Experten eine Frühjahrsmüdigkeit. Viele fühlen sich schlapp und unausgeschlafen. Andere leiden unter Kreislaufbeschwerden, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Gereiztheit oder Schlaflosigkeit. Bei den meisten ist das nach zwei bis vier Wochen überwunden.

WELCHE URSACHEN HAT DAS?

Eine Vermutung ist, dass sich die Menschen in der kalten Jahreszeit fettreicher ernähren und weniger Vitamine und Spurenelemente wie Vitamin D, Magnesium und Zink bekommen. Der Speicher für Aktivitäten ist somit leerer. Mit dem Temperaturwechsel weiten sich zudem die Blutgefäße – und der Blutdruck fällt ab, was Müdigkeit oder auch Kreislaufprobleme verursacht.

Außerdem schläft der Mensch im Winter etwas länger. Das ändert sich mit dem Frühling, weil es abends schon länger hell ist, die Menschen wieder aktiver sind und vom Tageslicht morgens auch manchmal vor dem Weckerklingeln aus dem Schlaf geholt werden. Eine erhebliche Rolle wird auch den beiden Botenstoffen Melatonin und Serotonin zugeschrieben, die im Frühling aus dem Gleichgewicht geraten.

WELCHE ROLLE SPIELEN DIE HORMONE?

Nach den dunklen Wintermonaten ist die Konzentration des sogenannten Schlafhormons Melatonin im Blut besonders hoch. Der „Gute-Laune-Botenstoff“ Serotonin, dessen Speicher hingegen relativ leer ist, braucht für seine Entstehung Tageslicht, das eine Hormondrüse im Hirn aktiviert.

Mit der Steigerung des Serotonins drosselt der Körper gleichzeitig die Produktion von Melatonin. Weil dies alles im Frühling nicht geregelt abläuft, gerät das System durcheinander. Die Folge ist ein Kampf der Hormone – all das strengt an, und der Körper fordert zu den unpassendsten Zeiten eine Verschnaufpause.

WAS HILFT GEGEN FRÜHJAHRSMÜDIGKEIT?

Licht ist die beste Therapie gegen Frühjahrsmüdigkeit. Es kurbelt die Produktion von Serotonin und Vitamin D an und stoppt tagsüber die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Deshalb raten Experten zu möglichst viel Bewegung im Freien. Beim Sonnetanken sollte die Sonnenbrille am besten abgesetzt werden. Denn der Körper muss Licht auch über die Netzhaut der Augen aufnehmen, um Serotonin zu produzieren. Wechselduschen oder Saunabesuche bringen den Kreislauf zusätzlich in Gang.

WORAUF SOLLTE BEI DER ERNÄHRUNG GEACHTET WERDEN?

Bei der Ernährung empfehlen Experten viel Getreide und Getreideprodukte aus Vollkorn, Kartoffeln, Hülsenfrüchte sowie vor allem viel Obst und Gemüse. In einigen Obstsorten wie Bananen, Äpfeln und Ananas ist sogar der Stimmungsmacher Serotonin in Spuren enthalten.

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AFP/Redaktion
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