Grüne wollen am 19. April Klarheit in der K-Frage schaffen

Bild: Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen
Bild: Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen

Beflügelt von ihrem Umfrage-Dauerhoch wollen die Grünen in diesem Jahr erstmals mit einer Kanzlerkandidatin – oder einem Kandidaten – in den Bundestagswahlkampf ziehen. Die Entscheidung soll am 19. April bekanntgegeben werden.   

Wer entscheidet über die Kanzlerkandidatur der Grünen?

Schon vor den Feiertagen ist deutlich geworden, dass Baerbock und Habeck die Frage zwischen Ostern und Pfingsten unter sich ausmachen wollen. Am 19. April soll der Bundesvorstand die Entscheidung verkünden. Offiziell beschließen soll die Kandidatur dann ein Parteitag im Juni – was aber als reine Formsache gilt. Die Delegierten sollen zusätzlich die beiden Vorsitzenden zum Spitzenduo küren.

Das Verfahren ist für die Grünen ungewöhnlich: In der Vergangenheit hatte stets die Basis per Mitgliederbefragung über die Spitzenkandidatur entschieden. 

Was spricht für Baerbock? Was für Habeck?

Baerbock:

Die 40-jährige Bundestagsabgeordnete ist verbindlich im Ton, sie gilt als pragmatisch und harte Verhandlerin. Ihr eilt zudem der Ruf voraus, dass sie sich stets schnell in Themen einarbeiten kann und dementsprechend über viel Detailwissen verfügt. Sie ist mit 40 Jahren für eine Kanzlerinnenschaft allerdings noch sehr jung, zudem verfügt sie über keinerlei Regierungserfahrung.

Habeck:

Der 51-Jährige war von 2012 bis 2018 Landesumweltminister in Schleswig-Holstein und hat dementsprechend bereits Erfahrung mit dem Führen eines Apparates. Er ist redegewandt und hat im nördlichsten Bundesland bewiesen, dass er auch bürgernahen Wahlkampf kann. Er wartet oft mit ausschweifenden Analysen auf, was zuweilen als abgehoben wahrgenommen wird. Er gilt als spontan, was schon zu einigen Fauxpas geführt hat. Gelegentlich offenbart er in politischen Debatten Wissenslücken.

Wie steht es um die Beliebtheit der beiden?

Lang galt Habeck als prominenter und beliebter, doch das hat sich jüngsten Umfragen zufolge geändert. In einigen Umfragen hat Baerbock aufgeholt, im aktuellen „Trendbarometer“ von Forsa liegt sie in der Kanzlerinnen-Frage sogar knapp vor Habeck.

Welche Wahlaussichten haben die Grünen?

In den Meinungsumfragen kommen die Grünen derzeit auf 21 bis 23 Prozent – und liegen damit zum Teil nur noch wenige Punkte hinter der Union. 

Zu welchen Regierungskonstellationen könnte es mit den Grünen kommen?

Für ein Bündnis aus Grünen und Union dürfte es allemal reichen. Es ist allerdings fraglich, ob es den Grünen noch gelingen wird, die Union bei der Bundestagswahl am 26. September tatsächlich zu überholen.

Das könnte ein Dreierbündnis für die Grünen attraktiv machen: In einem solchen wären sie nach allen aktuellen Umfragen stärkste Kraft. Insbesondere eine Ampelkoalition mit SPD und FDP ist denkbar, etwas schlechter sind die Aussichten für Grün-Rot-Rot.

Inhaltlich gibt es für Schwarz-Grün und eine „Ampel“ beim Klimaschutz Hürden, Grün-Rot-Rot  könnte wegen des Neins der Linken zu Auslandseinsätzen schwierig werden.

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AFP/Redaktion
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