Kinderhilfswerk beklagt anhaltend hohes Niveau der Kinderarmut in Deutschland

Kinderarmut - Bild: nslebedinskaya via Twenty20
Kinderarmut - Bild: nslebedinskaya via Twenty20

Die Kinderarmut in Deutschland bewegt sich weiter auf einem hohen Niveau: Nach aktuellen Berechnungen des Deutschen Kinderhilfswerkes liegt der Anteil der unter 18-Jährigen in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften jetzt bei 33,1 Prozent. Vor fünf Jahren hatte dieser Wert noch bei 32,4 Prozent, im letzten Jahr bei 33,9 Prozent gelegen, wie die Organisation am Donnerstag mitteilte. Zum Jahresende 2020 waren den Angaben zufolge von 5,6 Millionen Menschen in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften knapp 1,9 Millionen Kinder und Jugendliche.

Das Kinderhilfswerk forderte eine „Gesamtstrategie“ zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland und eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung. „Die von der Bundesregierung in der Corona-Pandemie bisher auf den Weg gebrachten finanziellen Unterstützungsleistungen für Familien mit Kindern sind ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte der Präsident des Kinderhilfswerkes, Thomas Krüger. „Den Status Quo an dieser Stelle zu halten, reicht aber nicht aus.“ 

Jeder dritte Hartz-IV-Empfänger sei ein Kind, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung in Deutschland nur bei rund 16 Prozent liegt. „Damit sind Kinder und Jugendliche mit ihren Familien in besonderem Maße von Armut betroffen.“

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert für die Dauer der Corona-Krise einen pauschalen Mehrbedarfszuschlag in der Grundsicherung von 100 Euro pro Kopf und Monat. Denn es entstünden durch die Corona-Pandemie zusätzliche Bedarfe wegen des wegfallenden Schul- und Kitaessens, der Preissteigerungen bei Obst und Gemüse, der Mehrausgaben für Hygieneartikel und Masken sowie für Spielzeug und Bücher für Kinder im Lockdown.

Die FDP setzte sich dafür ein, die Teilhabe- und Bildungschancen zu verbessern. Diese müssten unabhängig vom Elternhaus gewährleistet sein, sagte der FDP-Sozialexperte Pascal Kober. „Für echte Chancengerechtigkeit braucht es allerdings auch eine gleichzeitige Förderung der Eltern.“ Für Kinder sei deshalb auch entscheidend, dass Bildungs- und Qualifizierungschancen der Eltern verbessert werden.

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AFP/Redaktion
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