Ostern ist die Zeit mit der größten Gottesdienstdichte

Gottesdienst - Bild: carlo_vstek via Twenty20
Gottesdienst - Bild: carlo_vstek via Twenty20

Für regelmäßige Kirchgänger sind sie der liturgische Höhepunkt des Jahres – für den christlichen Kirchen ferne Menschen eine eher unübersichtliche Ansammlung vieler Gottesdienste: Die Ostertage haben eine ganz eigene, über die Jahrhunderte entwickelte Liturgie. Von Gründonnerstag bis Ostermontag wären die Kirchen auch in diesem Jahr voller als üblich – wenn nicht des Coronavirus weiter für Probleme sorgte.

GRÜNDONNERSTAG ist wegen der Fußwaschung vielen Menschen bekannt. In der evangelischen Kirche war die Tradition lange nicht gebräuchlich, in der katholischen Kirche gehört sie fest dazu. Papst Franziskus etwa wusch schon in Anlehnung auf diesen direkt auf Jesus Christus zurückgeführten Ritus Gefangenen die Füße.

Doch die Hauptbedeutung des Gründonnerstags liegt im letzten Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern hielt. Dies gilt als der Ursprung der katholischen Eucharistie und des evangelischen Abendmahls. Nach dem Gründonnerstagsgottesdienst werden Blumen und Kerzen aus den Kirchen entfernt, als Zeichen des bevorstehenden Leids.

Das Grün geht nicht auf die Farbe zurück, sondern vermutlich auf das althochdeutsche „Grunen“ oder „Greinen“, was Weinen bedeutet. Im Französischen etwa heißt der Feiertag Jeudi Saint, also heiliger Donnerstag.

KARFREITAG wird des Leidens und Sterbens Jesu gedacht, das „Kar“ leitet sich ab vom althochdeutschen „Kara“ für Klage und Trauer. In den zur Todesstunde Jesu, also gegen 15.00 Uhr, stattfindenden Gottesdiensten herrscht eine besondere Kargheit. Die Glocken schweigen, manche Gemeinden verhängen den Altarraum schwarz.

Die Gemeinde trifft sich in Stille, in der katholischen Kirche tragen Priester blutrote Gewänder, es gibt einen Kreuzweg entlang der überlieferten zwölf Stationen auf dem Leidensweg Jesu. Fälschlich heißt es oft, dass der Karfreitag für die evangelische Kirche der höchste Feiertag ist – dies liegt daran, dass Protestanten ihn als ganz besonderen Feiertag ansehen.

OSTERN ist das tatsächliche höchste Fest der christlichen Kirchen. Es streckt sich im Grunde als Fest der Auferstehung auf bis zu drei Tage. Die OSTERNACHT begehen manche Gemeinden nämlich bereits am späten Samstagabend quasi als Reinfeiern in die Feier der Auferstehung Jesu.

OSTERSONNTAG am frühen Morgen treffen sich andere Gemeinden zu diesem Gottesdienst. Dabei wird an einem Osterfeuer die Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche getragen. Am Ostersonntag gibt es zudem noch weitere Festgottesdienste als Alternative zur Osternacht.

OSTERMONTAG ist an sich als ein verlängerter Ostersonntag zu verstehen, weniger als eigenständiger Feiertag mit eigener Bedeutung wie Gründonnerstag oder Karfreitag. Die Bibelstelle an diesem Tag behandelt zwei Jünger, die auf dem Gang nach Emmaus der Überlieferung nach Jesus begegnen, ohne ihn zunächst zu erkennen. Aus dieser Bibelstelle leitete sich vielerorts der Emmausgang als eine Art Osterspaziergang ab.

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AFP/Redaktion
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