Edenhofer warnt vor Verbots-Politik im Kampf gegen den Klimawandel

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer - Bild: Thomas Koehler/ photothek.net via PIK
Prof. Dr. Ottmar Edenhofer - Bild: Thomas Koehler/ photothek.net via PIK

Der Präsident des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer, hält nicht viel von Verboten zur Durchsetzung von mehr Klimaschutz. „Ein Abschaffen von Kurzstreckenflügen oder ein Tempolimit auf Autobahnen ist überflüssig, wenn wir anders zum Ziel kommen“, sagte Edenhofer der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe). „Verbote und Gebote sollten wir dort nutzen, wo es gar nicht anders geht. Überall sonst sollten wir auf Anreize setzen.“

Das Klima sei nur „ohne Ökodiktatur“ zu retten, sagte Edenhofer der Zeitung. „Denn Diktaturen können nicht wirklich lernen.“ Demokratie und Marktwirtschaft seien dagegen große „Problemlösungsinstitutionen“, in denen das „Prinzip von Versuch und Irrtum“ gelte. Im Kampf gegen den Klimawandel müssten „alle mitgenommen“ werden, betonte der Forscher.

Edenhofer warnte vor unbeabsichtigten Nebenwirkungen durch Verbote. „Wird ab 2030 kein Verbrenner mehr zugelassen, kaufen die Leute bis dahin vielleicht umso mehr Diesel und Benziner oder fahren ihre alten Wagen, bis sie auseinanderfallen.“ Nötig sei eine „sehr klare staatliche Rahmensetzung, innerhalb derer die Menschen dann selbst entscheiden, wie sie CO2 einsparen“.

Eine große Lenkungswirkung schrieb der Klimaforscher dem CO2-Preis zu: „Der individuelle Verzicht lohnt ja umso mehr, als dass der CO2-Preis dafür sorgt, dass insgesamt weniger emittiert wird und nicht andere umso mehr und umso klimaschädlicher konsumieren.“ Auch entlaste der CO2-Preis „den Einzelnen davon, gleichsam im Alleingang die Welt retten zu müssen“.

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