Fluggesellschaften in Deutschland sollen schrittweise CO2-freie Treibstoffe einführen

Betankung eines Flugzeugs - Bild: Chalabala via Twenty20
Betankung eines Flugzeugs - Bild: Chalabala via Twenty20

Die deutschen Fluggesellschaften sollen in den kommenden Jahren schrittweise auf CO2-freie Treibstoffe umstellen, um das Klima zu schonen. Die Bundesregierung habe sich mit den Airlines auf einen Stufenplan zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs verständigt, berichtete die „Welt“ am Freitag. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erklärte demnach, mit dem Umstieg auf strombasiertes Kerosin könnten im Luftverkehr „Millionen Tonnen an CO2-Emissionen“ eingespart werden.

Scheuer teilte mit, sein Ministerium habe bereits das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beauftragt, mit Partnern aus Forschung und Industrie eine Produktionsanlage zu konzeptionieren, „damit wir den Kraftstoff wirtschaftlich produzieren und schneller in den Einsatz bringen können“. Ziel sei es, „klimaneutral zu fliegen“.

Laut Klimaschutzgesetz des Bundes soll 2026 in einem ersten Schritt dem Kerosin 0,2 Prozent nachhaltiger Treibstoff beigemischt werden, wie die „Welt“ berichtete. Bis 2030 solle die verbindliche Mindestquote auf zwei Prozent steigen. Dafür sollten 200.000 Tonnen nachhaltiges Kerosin hergestellt werden.

Diese Menge sei „ein realistischer erster Schritt, der keineswegs zu klein ausfällt“, erklärte der Vorstandschef von BP Europa, Wolfgang Langhoff, gleichzeitig Vorstandsvorsitzender des Mineralölwirtschaftsverbandes, gegenüber der „Welt“. Diese Menge Kerosin „ermöglicht die Dekarbonisierung von etwa einem Drittel aller deutschen Inlandsflüge bis 2030“.

Die Bundesregierung wolle den Aufbau von Produktionsanlagen für strombasiertes Kerosin mit einer Milliarde Euro unterstützen, berichtete die Zeitung. Die hohen Kosten des grünen Kerosins sollten nicht zulasten der Passagiere oder der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftfahrtindustrie gehen – diskutiert werde daher, die Produktion des klimaneutralen Treibstoffs staatlich zu subventionieren. Alternativ könnten die Airlines für die höheren Kosten der Kerosin-Beschaffung auch durch eine Umwidmung der Luftverkehrsteuer kompensiert werden, schrieb die „Welt“.

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