Tunesische Marine rettet hundert Menschen aus Flüchtlingsboot

Symbolbild: Seenotrettung
Symbolbild: Seenotrettung

Vor der Küste Tunesiens hat die Marine eigenen Angaben zufolge hundert Menschen aus einem Flüchtlingsboot gerettet. Das Boot war im Morgengrauen in Libyen mit 82 Männern, zehn Frauen und acht Kleinkindern an Bord Richtung Europa gestartet, wie das tunesische Verteidigungsministerium am Montagabend mitteilte. Vor dem südtunesischen Hafen Zarzis wurde es von der Marine abgefangen.

„Sie waren in Gefahr, der Motor des Bootes war ausgefallen“, sagte Ministeriumssprecher Mohamed Zekri. Die Menschen an Bord stammten der Behörde zufolge aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Sie sollen demnach zu einem tunesischen Marinestützpunkt in Sfax gebracht werden.

Der Weg über das Mittelmeer von Nordafrika nach Südeuropa ist eine der gefährlichsten Flüchtlingsrouten. Nach Angaben der Vereinten Nationen trafen von Januar bis Mitte Mai mehr als 13.000 Menschen auf diesem Weg in Italien ein – doppelt so viele wie im selben Zeitraum des Vorjahres.

Mehr als 700 Menschen starben den Angaben zufolge zwischen dem 1. Januar und dem 17. Mai bei dem Versuch, im Boot nach Europa zu gelangen. Während des gesamten Jahres 2020 hatte es im Mittelmeer 1400 Tote gegeben.

Vor dem Hintergrund vermehrter Ankünfte von Flüchtlingen in Europa will die EU mit Tunesien ein Abkommen vereinbaren, das wirtschaftliche Hilfen im Gegenzug für härtere Grenzkontrollen verspricht.

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