Zentralratschef fordert eindringlich Solidarität mit Juden in Deutschland

Praesident Dr. Josef Schuster, Praesidium Zentralrat der Juden in Deutschland - Bild: Thomas Lohnes/Zentralrat der Juden
Praesident Dr. Josef Schuster, Praesidium Zentralrat der Juden in Deutschland - Bild: Thomas Lohnes/Zentralrat der Juden

Mit einem eindringlichen Appell hat der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, die Gesellschaft zum Engagement gegen Antisemitismus aufgerufen. „Wir erwarten, dass die Bürger sich gegen diesen Antisemitismus stellen, und zwar lautstark und öffentlich“, sagte er am Freitag in einem Grußwort an den FDP-Parteitag mit Blick auf die jüngsten Vorfälle, bei denen unter anderem Synagogen angriffen und israelische Fahnen verbrannt worden waren.

„Wir erwarten auch Solidarität auch in den sozialen Medien“, fuhr Schuster fort. „Sie können sich gar nicht vorstellen, mit welcher Menge an übelsten Kommentaren wir es gerade auf Facebook, Twitter und Instagram zu tun haben. Die sozialen Medien explodieren geradezu mit Hetze gegen Juden.“

Schuster machte deutlich, dass er Unterstützung vermisst. „Wo sind die Menschen, die solidarisch sind?“, ragte er. „Wo sind die Menschen, die für Respekt werben?“

„Schauen Sie nicht weg“, forderte Schuster. „Entschuldigen sie diesen Judenhass nicht, der sich gerade entlädt.“

„Wir brauchen genau jetzt all jene Menschen, die diesen Hass nicht mitmachen“, betonte der Zentralratspräsident. „Und mit ‚wir‘ meine ich gar nicht ausschließlich die jüdische Gemeinschaft, sondern ich meine unser Land insgesamt, unsere Demokratie.“

Auch FDP-Chef Christian Lindner verurteilte die antisemitischen Übergriffe und Kundgebungen scharf. Für Antisemitismus „gibt es in unserem Land keinen Platz“, unterstrich er. „Jeder Angriff auf Jüdinnen und Juden ist ein Angriff auf uns alle.“

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