Blutspende: Lebensrettend für Kranke und Verletzte

Blutspende - Bild: acagley1 via Twenty20
Blutspende - Bild: acagley1 via Twenty20

Blut ist ein kostbarer Saft: Täglich werden in Deutschland rund 15.000 Blutspenden für Operationen, Unfallopfer und die Behandlung schwerer Krankheiten wie Krebs benötigt. In der Corona-Krise war es nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) schwierig, den Normalbedarf an Blutkonserven zu decken. Mit dem Sommer naht nun auch noch eine klassische Durststrecke für die Spendedienste. Zum Weltblutspendetag am Montag wird deshalb erneut zum Spenden aufgerufen. Fragen und Antworten:

WER KANN BLUT SPENDEN?

Blut spenden darf grundsätzlich jeder zwischen 18 und 68 Jahren, wobei die Höchstgrenze für die erstmalige Spende bei 60 Jahren liegt. Grundsätzlich kommen dafür auch ältere Menschen noch in Frage, wenn das ihr Gesundheitszustand zulässt. Das wird vor jeder Spende geprüft.

WIE HÄUFIG KANN BLUT GESPENDET WERDEN?

Frauen dürfen viermal und Männer sechsmal innerhalb eines Jahres Blut spenden. Der Zeitraum zwischen zwei Blutspenden muss mindestens acht Wochen betragen. Die Blutzellen erneuert der Körper zwar bereits in zwei Wochen, der Ausgleich des Eisenverlusts dauert aber rund zwei Monate, bei Frauen auch etwas länger. Mit einer Blutspende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden. Allerdings halten Blutpräparate nur maximal 42 Tage, manche Konzentrate sogar nur wenige Tage.

REICHEN DIE BLUTSPENDEN?

Insgesamt spenden laut DRK nur knapp drei Prozent der Bevölkerung Blut. Um die Versorgung mit Blutpräparaten langfristig ausreichend zu sichern, müssten etwa sechs Prozent regelmäßig spenden. Sorgen bereitet den Experten vor allem der demografische Wandel. Jährlich scheiden deutschlandweit rund hunderttausend aktive Blutspender aus Altersgründen oder wegen einer Krankheit aus. Auf der anderen Seite steigt der Bedarf unter Älteren.

Vor allem im Sommer, wenn viele Menschen im Urlaub sind, werden die Blutkonserven zudem regelmäßig knapp. Zusätzlich hält die Corona-Pandemie zahlreiche potenzielle Spender ab. Der DRK-Blutspendedienst vergleicht das Spendenaufkommen in den vergangenen Monaten mit einer „Achterbahnfahrt“. So brachen die Blutspenden am Anfang der Corona-Krise stellenweise um bis zu 30 Prozent ein. Zwar sank auch der Bedarf, weil Kliniken viele Operationen absagten. Doch die Operationszahlen steigen wieder. Derzeit ist die Lage demnach stabil.

WIE SICHER IST BLUTSPENDEN IN DER CORONA-PANDEMIE?

Die Gefahr, dass Corona-Infizierte ohne Symptome das Virus bei Blutspenden übertragen, ist dem Paul-Ehrlich-Institut zufolge sehr gering. Im Blut von Patienten ohne oder mit nur wenigen Symptomen konnte das Virusgenom nicht nachgewiesen werden.

Die Spenderdienste trafen in Corona-Zeiten jedoch Vorsorge, etwa durch umfassende Hygienekonzepte. Zudem dürfen Menschen mit Erkältungssymptomen grundsätzlich nicht Blut spenden. Wer Kontakt mit Infizierten oder Erkrankten hatte, muss zwei Wochen bis zur nächsten Spende warten. Wer an Covid-19 erkrankt war, darf erst vier Wochen nach Ausheilung spenden. Nach einer Corona-Impfung darf indes schon am Folgetag Blut gespendet werden.

WER IST VON BLUTSPENDEN AUSGESCHLOSSEN?

Während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt sollen Frauen vorübergehend nicht Blut spenden. Ein zeitlich begrenzter Ausschluss gilt auch nach vielen Impfungen und Auslandsreisen in Malariagebiete oder Länder mit Hepatitisrisiko. Vorübergehend nicht gespendet werden kann nach größeren Operationen oder bei Einnahme bestimmter Medikamente.

Nach Akupunkturbehandlungen, sofern diese nicht nachweislich steril durchgeführt wurden, sowie Piercings und Tätowierungen wird mindestens vier Monate bis zur nächsten Spende gewartet, um Infektionen sicher auszuschließen. Karenzzeiten gelten auch für Menschen, deren Sexualverhalten mit einem höheren Risiko für die Übertragung einer Infektionskrankheit wie Hepatitis oder HIV verbunden sein kann.

GIBT ES AUCH EINEN DAUERHAFTEN AUSSCHLUSS?

Dieser gilt beispielsweise bei bestimmten Vorerkrankungen wie insulinpflichtiger Diabetes, Hepatitis oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen.

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