Heftige Unwetter sorgen für Überschwemmungen im Südwesten Deutschlands

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Symbolbild: Unwetter

Schwere Gewitter mit heftigem Starkregen und Sturmböen haben am Montagabend im Südwesten Deutschlands für zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. Vor allem Baden-Württemberg war betroffen. Wie die Stuttgarter Polizei mitteilte, wurden mehrere Tunnel überflutet, der S-Bahn- und Stadtbahnverkehr wurde zwischenzeitlich eingestellt. Zeitweise waren nach Angaben der Deutschen Bahn keine Fahrten im Raum Stuttgart möglich. Der Bahnverkehr blieb dort auch am Dienstag beeinträchtigt.

Heftige Böen deckten laut Polizei Teile des Opernhauses in Stuttgart ab, so dass eine Veranstaltung abgebrochen wurde. Verletzt wurde niemand. Beamten hätten zudem zwei Streifenwagen zurücklassen müssen, die wegen der Wassermassen nicht mehr bewegt werden konnten.

Im Landkreis Reutlingen war zwischenzeitlich wegen Starkregens und Hagels der Notruf 112 überlastet. Anrufer wurden gebeten, in der Leitung zu bleiben. Die Notrufannahme dauerte bis zu fünf Minuten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gab in der Nacht jedoch Entwarnung. In Reutlingen lief eine Kläranlage über, die das Wasser nicht mehr aufnehmen konnte.

In Göppingen wurde ein Autofahrer von einem Blitz erschreckt und kam von der Fahrbahn ab. Er prallte gegen einen Baum und wurde durch die Wucht zurück auf die Straße geschleudert, wie die Polizei in Ulm mitteilte. Der 23-Jährige blieb unverletzt.

In Backnang wurde nach Polizeiangaben ein Mann von den Wassermassen in seiner Kellerwohnung eingeschlossen. Er wurde durch die Feuerwehr gerettet. In der Stadtmitte löste das Unwetter die Alarmanlage eines Baukrans aus, die daraufhin über Stunden einen schrillen Ton ausstieß.

Einsatzkräfte in Waldenbuch im Landkreis Böblingen mussten wegen einer Überflutung Teile eines Pflegeheims räumen. In Aichtal im Landkreis Esslingen mussten in der Nacht die Bewohner eines Seniorenheims in Sicherheit gebracht werden. Mehrere überflutete Tiefgaragen in Remseck am Neckar im Landkreis Ludwigsburg verursachten einen Millionenschaden.

Bei Dußlingen im Landkreis Tübingen stieg das Wasser in einem Tunnel bis fast zur Decke. Autofahrer, die mit ihren Fahrzeugen dort stecken geblieben waren, wurden von der Feuerwehr und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft mit Booten gerettet. Der Tunnel bleibt bis auf Weiteres gesperrt.

Rund 4000 Einsatzkräfte seien landesweit aktiv gewesen, teilte das baden-württembergische Innenministerium am Dienstag mit. Knapp 1100 witterungsbedingte Notrufe seien eingegangen. Im Landkreis Reutlingen seien insgesamt acht Menschen gerettet worden, die in ihren Wohnungen eingeschlossen waren.

Schwere Überflutungen gab es auch in Bayern. Der Ort Mömlingen im Landkreis Miltenberg stand zeitweise unter Wasser. Nach Polizeiangaben war die Flut teilweise rund einen halben Meter hoch. Neben Unterfranken waren in Bayern vor allem Mittelfranken, Niederbayern und die Oberpfalz vom Unwetter betroffen.

In Rheinland-Pfalz kam es bereits am Montagnachmittag zu überfluteten Straßen. Bei sieben Unfällen auf den Autobahnen 3 und der 48 wurde nach Angaben der Verkehrsdirektion Koblenz ein Mensch schwer verletzt. Drei weitere erlitten leichte Verletzungen. Auch in Hessen gab es schwere Unwetter.

In allen betroffenen Bundesländern kam es zu Verkehrsunfällen. Dabei blieb es überwiegend bei Sachschäden. Auch vollgelaufene Keller oder Unterführungen sowie umgestürzte Bäume beschäftigten die Einsatzkräfte. Zahlreiche Straßen mussten zwischenzeitlich gesperrt werden.

Der Deutsche Wetterdienst warnte am Dienstag erneut vor kräftigen Gewittern und Unwettern im Süden und Südwesten ab dem Nachmittag. Für den Abend wurden größere Gewitterkomplexe angekündigt. Es sei erneut vereinzelt mit großen Hagelkörnern sowie Starkregen zu rechnen. Zudem bestehe die Gefahr schwerer Sturmböen.

Auch im Norden könne es zu Starkregen kommen. Dort werde sich das Geschehen in der Nacht zu Mittwoch jedoch wieder beruhigen. Die Gewitter im Süden und Südwesten verlagern sich jedoch in die mittleren Landesteile. Nur im Westen werde es gebietsweise auch in der Nacht noch kräftig regnen.

Am Mittwoch bestehe erhöhte Unwettergefahr im Nordosten Deutschlands. Örtlich sei mit mehrstündigem Starkregen zu rechnen. Im Süden und Südwesten seien keine Unwetter mehr zu erwarten.

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