Camping-Saison startet: Diese Checks am Wohnmobil sollten jetzt erledigt werden

Wohnmobil (über Virrage Images Inc.)
Wohnmobil (über Virrage Images Inc.)

Mit den ersten warmen Tagen beginnt die Vorbereitungszeit für Camper. Nach Winterpause und langer Standzeit sollten Wohnmobile und Wohnwagen vor der ersten Tour gründlich gecheckt werden – Kälte, Feuchtigkeit und Stillstand hinterlassen Spuren an Technik, Reifen und Bordtechnik.

Außen: Reinigung und Sichtkontrolle

Den Anfang macht eine gründliche Außenreinigung, idealerweise in einer SB-Waschanlage mit mildem Reinigungsmittel und moderatem Wasserdruck. Dabei sollten Dach, Unterboden, Radkästen und Rahmenteile auf Rost und Korrosion kontrolliert werden. Markise und Dachaufbauten sind auf Beschädigungen zu prüfen und einmal zu testen. Die Gummidichtungen an Türen und Fenstern sollten gepflegt werden.

Innenraum und Wassersystem

Stauräume, Polster und Ecken sollten auf Feuchtigkeit und Schimmel kontrolliert werden – ausgiebiges Lüften hilft beim Trocknen. Frisch- und Abwassertanks nach längerer Standzeit spülen und desinfizieren, anschließend mit klarem Wasser nachspülen. Leitungen, Armaturen und Wasserpumpe auf Frostschäden prüfen: Tropfstellen, Druckverlust oder ungewöhnliche Geräusche können auf Undichtigkeiten hinweisen. Eingesetzte Wasserfilter ebenfalls kontrollieren.

Reifen, Bremsen und Flüssigkeiten

Reifen gehören nach langer Standzeit zu den häufigsten Schwachstellen. Profiltiefe, Luftdruck und Alter sollten geprüft werden. Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter Restprofil – aus Sicherheitsgründen empfehlen Experten bei Sommerreifen mindestens drei Millimeter, bei Winter- und Ganzjahresreifen mindestens vier Millimeter. Das Reifenalter lässt sich an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen. Ab etwa sechs Jahren ist eine kritische Prüfung angebracht – bei Tempo-100-Gespannen dürfen Reifen maximal sechs Jahre alt sein.

Zu kontrollieren sind außerdem Motoröl, Kühlmittel, Bremsflüssigkeit und Scheibenwischwasser. Nach längerer Standzeit kann sich Flugrost auf den Bremsscheiben bilden – ungewöhnliche Geräusche oder Vibrationen bei einer Probefahrt sollten ernst genommen werden.

Batterie und Bordelektrik

Starter- und Aufbaubatterie verlieren in der Winterpause häufig an Kapazität – Ladezustand prüfen, bei Bedarf nachladen. Die gesamte Bordelektrik sollte getestet werden: Innen- und Außenbeleuchtung, 12-Volt-Anlage, Steckdosen, Ladegerät und Hupe. Bei entsprechender Ausstattung auch Solaranlage, Wechselrichter und Klimaanlage überprüfen. Landstromkabel, Sicherungen und FI-Schutzschalter kontrollieren.

Gasanlage: Seit 2025 neue Prüfpflicht

Gasbetriebene Geräte – Heizung, Kocher, Kühlschrank – müssen einwandfrei funktionieren. Für Wohnmobile und Wohnwagen mit fest verbauter Flüssiggasanlage gilt seit dem 19. Juni 2025 eine gesetzliche Prüfpflicht alle zwei Jahre gemäß § 60 StVZO. Schläuche, Druckminderer und Anschlüsse auf sichtbare Schäden prüfen. Die Abschaltsicherung muss funktionieren – erlischt die Flamme, muss die Gaszufuhr automatisch unterbrochen werden.

Zur Sicherheitsausstattung gehören außerdem: Verbandskasten, Warndreieck, Warnwesten, Rauch- und CO-Melder sowie ein Feuerlöscher.

Gewicht und HU im Blick behalten

Das zulässige Gesamtgewicht steht in der Zulassungsbescheinigung unter F1, das Leergewicht unter G. Da optionales Zubehör häufig nicht im Leergewicht enthalten ist, kann eine Kontrolle auf einer öffentlichen Waage sinnvoll sein. Schwere Gegenstände möglichst tief und nahe der Fahrzeugmitte verstauen.

Zur Hauptuntersuchung müssen Wohnmobile bis 3,5 Tonnen erstmals nach 36 Monaten, danach alle 24 Monate. Schwerere Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen alle zwei Jahre, ab dem siebten Jahr jährlich. Über 7,5 Tonnen gilt der jährliche Rhythmus.

Abschluss: Probefahrt nicht vergessen

Eine kurze Probefahrt vor der ersten großen Tour ermöglicht die Kontrolle von Bremsverhalten, Lenkung und Fahrstabilität. Bei Wohnwagen-Gespannen zusätzlich: Anhängerkupplung, Steckverbindung, Auflaufbremse, Abreißseil und gegebenenfalls Antischlingerkupplung prüfen. Zulässige Anhängelast und Stützlast des Zugfahrzeugs müssen eingehalten werden.

Anzeige



Anzeige

Avatar-Foto
Über Redaktion | Nürnberger Blatt 46125 Artikel
Das Nürnberger Blatt ist eine unabhängige, digitale Nachrichtenplattform mit Sitz in Nürnberg. Unsere Redaktion berichtet fundiert, verständlich und aktuell über das Geschehen in der Region, in Deutschland und der Welt. Wir verbinden klassisches journalistisches Handwerk mit modernen Erzählformen – klar, zuverlässig und nah an den Menschen.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Wir freuen uns auf deinen Beitrag! Diskutiere mit und teile deine Perspektive. Mit * gekennzeichnete Angaben sind Pflichtfelder. Bitte nutze deinen Klarnamen (Vor- und Nachname) und eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht). Wir prüfen jeden Kommentar kurz. Beiträge, die unsere Netiquette respektieren, werden freigeschaltet; Hassrede, Beleidigungen, Hetze, Spam oder Werbung werden nicht veröffentlicht. Es gelten unsere Datenschutzvereinbarungen.