Nach den Energiekrisen der vergangenen Jahre steigen die Raumtemperaturen in deutschen Haushalten wieder an. In der laufenden Heizsaison von Oktober 2025 bis Januar 2026 liegt die Durchschnittstemperatur bei 19 Grad Celsius. Das zeigt eine Auswertung des Energiemanagement-Unternehmens „tado°“ auf Basis von mehr als einer Million Haushalten.
Damit liegen deutsche Haushalte über den Durchschnittswerten in Großbritannien mit 16,3 Grad und in den Niederlanden mit 17 Grad Celsius. Der höhere Komfort hat allerdings seinen Preis. Laut Berechnung des Unternehmens entstehen im Vergleich zur von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Innenraumtemperatur von 18 Grad im Schnitt rund 85 Euro Mehrkosten pro Winter.
Süddeutschland heizt am stärksten
Innerhalb Deutschlands zeigen sich regionale Unterschiede. In Baden-Württemberg und Bayern lag die durchschnittliche Raumtemperatur 2025 bei 19,2 Grad Celsius. Auch in Brandenburg wurde dieser Wert gemessen. Vergleichsweise niedriger fiel die Temperatur in Sachsen und Thüringen mit jeweils 18,8 Grad aus. In Bremen und Niedersachsen wurden durchschnittlich 18,9 Grad erreicht.
Heizkosten steigen weiter
Die höhere Durchschnittstemperatur fällt in eine Phase steigender Heizkosten. Für einen 70-Quadratmeter-Haushalt mit Gasheizung lagen die Heizkosten 2025 bei rund 1.180 Euro. Das entspricht einem Anstieg von etwa 15 Prozent. Nach Berechnungen von „tado°“ führt jedes zusätzliche Grad Raumtemperatur zu rund sieben Prozent mehr Heizenergieverbrauch.
Während in Deutschland wieder stärker auf Behaglichkeit gesetzt wird, heizen Haushalte in Großbritannien oder den Niederlanden unterhalb der 18-Grad-Marke und sparen laut Auswertung bis zu 142 Euro pro Winter ein. In Ländern wie der Slowakei oder Ungarn liegen die Durchschnittstemperaturen hingegen über 20 Grad, was Mehrkosten von bis zu 15 Prozent verursachen kann.
Faustregel: Jedes Grad zählt
Die Berechnung der Mehrkosten basiert auf der Differenz zwischen der tatsächlichen Durchschnittstemperatur und der Referenztemperatur von 18 Grad Celsius, multipliziert mit einem Faktor von sieben Prozent pro Grad. Die Ergebnisse beziehen sich auf gesunde Erwachsene in gemäßigten Klimazonen.
Die Daten deuten darauf hin, dass nach Jahren des Sparens ein gewisser Ermüdungseffekt einsetzt. Gleichzeitig bleibt die zentrale Regel bestehen: Wer die Raumtemperatur auch nur zeitweise senkt, etwa bei Abwesenheit oder nachts, kann Heizkosten spürbar reduzieren.



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