ESC 2026: Finnland großer Favorit – Sarah Engels geht als Außenseiterin ins Rennen

COSMÓ, Auri (über ORF/Roman Zach-Kiesling)
COSMÓ, Auri (über ORF/Roman Zach-Kiesling)

Wenige Tage vor dem Finale des 70. Eurovision Song Contests in Wien zeichnet sich laut Wettquoten, Streaming-Daten und Fanprognosen bereits ein klares Bild ab. Ein Land führt mit erheblichem Abstand – und Deutschland liegt weit hinten. Die wichtigsten Signale im Überblick.

Klarer Favorit: Finnland mit „Liekinheitin“

Finnland führt die Quotenliste deutlich an. Das Duo Linda Lampenius X Pete Parkkonen tritt mit dem Song „Liekinheitin“ an und wird von vielen Wettanbietern als stärkster Beitrag im diesjährigen Teilnehmerfeld eingeschätzt. Die Siegchance für Finnland wird derzeit auf mehr als 30 Prozent geschätzt. Der Songtitel bedeutet auf Deutsch „Flammenwerfer“ – ein selbstbewusstes Versprechen.

Hinter dem Favoriten folgt Griechenland mit 13 Prozent. Dänemark auf dem dritten Rang der Prognosen mit Sänger Søren Torpegaard Lund und dem Song „Før Vi Går Hjem“. Die Siegchancen liegen derzeit bei rund elf Prozent. Frankreichs Monroe sagen die Buchmacher eine Siegeschance von sieben Prozent voraus. Die erst 17-jährige Sopranistin aus den USA vertritt Frankreich mit einer Pop-Arie – ähnlich dem Ansatz des letztjährigen ESC-Siegers JJ.

Was die Streaming-Daten zeigen

Die Spotify-Zahlen stützen das Buchmacher-Bild nur teilweise. Spitzenreiter bei den Streams ist derzeit der italienische Beitrag „Per Sempre Sì“ von Sal Da Vinci mit 23,6 Millionen Streams – gefolgt von Schweden (FELICIA, „My System“, 17,4 Millionen) und Finnland (11,2 Millionen). Auf YouTube führt Zyperns Antigoni mit „JALLA“ mit 4,9 Millionen Aufrufen, knapp vor dem finnischen Duo und dem israelischen Beitrag „Michelle“ von Noam Bettan.

Streaming-Erfolg und ESC-Sieg korrelieren allerdings nur bedingt: Der Wettbewerb wird von Jurys und Telefonvoting entschieden.

Historische Mustererkennung: Drei Kandidatinnen im Profil

Laut einer Datenanalyse eines Wettanbieters, das 70 Jahre ESC-Geschichte ausgewertet hat, entsprechen drei Kandidatinnen dem Profil bisheriger Sieger am stärksten: Delta Goodrem (Australien), DARA (Bulgarien) und Sarah Engels (Deutschland) erfüllen je fünf von sechs typischen Merkmalen – darunter weiblich, solo, englischsprachiger Popsong über Liebe. In den Wettquoten spiegelt sich das bislang nur für Australien wider.

Deutschland: Außenseiterin mit Ehrgeiz

Die Buchmacher sehen Deutschland derzeit weit abgeschlagen auf Rang 22 von 35 teilnehmenden Ländern, mit einer Siegchance von weniger als einem Prozent. Sarah Engels hat in einem Interview offen über die Prognosen gesprochen. Sie nehme die Wettquoten durchaus am Rande wahr, versuche jedoch, sich nicht aktiv davon leiten zu lassen. Stattdessen konzentriere sie sich auf ihre Vorbereitung und die Darbietung auf der Bühne.

Österreich: Heimspiel ohne Titelchancen

Auch für den Gastgeber Österreich sehen die ESC-Quoten keine Chance auf den Sieg. Aktuell ist COSMÓ mit „Tanzschein“ sogar Favorit auf einen der letzten Plätze. Eine Titelverteidigung nach dem Sieg von JJ im Vorjahr galt von Anfang an als unwahrscheinlich.

Der ESC-Faktor: Proben können alles verändern

Wettquoten sind Momentaufnahmen. Proben, Live-Auftritte oder virale Momente in den sozialen Medien können die Wahrnehmung eines Songs innerhalb weniger Tage komplett verändern. Der ESC hat in der Vergangenheit regelmäßig gezeigt, dass Favoriten scheitern und Außenseiter überraschend weit kommen. Das Finale in Wien wird am 16. Mai ab 21 Uhr live im Ersten übertragen.

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