Die Deutsche Fußball-Liga setzt auf Kontinuität

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Symbolbild: Fußball auf dem Rasen

Als die Deutsche Fußball-Liga (DFL) am 22. Juni das Ergebnis der Rechte-Auktion bekanntgab, dürften nicht nur die Fans der Deutschen Fußball-Bundesliga einmal tief durchgeatmet haben. Schließlich barg das Ergebnis einige Überraschungen, mit denen niemand in dieser Form gerechnet hatte. Zahlreiche Experten hatten mit einem Großangriff der Streaming-Anbieter gerechnet.

Diese hatten bereits in den letzten Monaten für Aufsehen gesorgt, als sie sich die Rechte der UEFA Champions-League oder der Fußball-Europameisterschaft 2024 gesichert hatten. Amazon war im Finale der diesjährigen Saison mit eingestiegen und zeigte auf Prime Video zahlreiche Spiele. Im Vorfeld der Auktion wollte man gar eine Beteiligung von YouTube, Facebook und Netflix nicht ganz ausschließen. Das beflügelte die Fantasie zahlreicher Beobachter. Denn diese Entwicklung deutete darauf hin, dass sich der Bieterkampf um die Rechte der Deutschen Fußball-Bundesliga in einem Umbruch befinden würde. Doch es sollte anders kommen.

Weniger Geld als bisher

Die Auktion der Rechte brachte eine Summe von insgesamt 4,4 Milliarden Euro ein. Das bedeutet einen leichten Rückgang der Erlöse im Vergleich zur laufenden Vertragslaufzeit. Diese wird den insgesamt 36 Vereinen der Deutschen Fußball-Bundesliga und der 2. Fußball-Bundesliga für die vier Saisons insgesamt 4,64 Milliarden Euro in die Kassen spülen. Damit müssen die Verantwortlichen nun erstmals einen Rückgang verkraften. In den letzten Jahren und Jahrzehnten waren die Einnahmen geradezu sprunghaft angestiegen, diese Entwicklung ist nun zum Erliegen gekommen.

Trotz des Umsatzes zeigte sich der amtierende DFL-Geschäftsführer Christian Seifert mit dem Ergebnis zufrieden. Es gäbe der DFL Planungssicherheit und die Zahlen seien aufgrund der Umstände durchaus herzeigbar.

Zahlreiche Überraschungen prägen das Bild

Der größte Stein von Herzen dürfte zweifellos dem Pay-TV Sender Sky gefallen sein. Immerhin ist der deutsche Fußball der größte Quotenbringer des Bezahl-Senders, der bei einem Verlust der Rechte wohl oder übel in Schwierigkeiten geraten wäre. Nach dem exklusiven Erwerb der Formel-1-Rechte ist das schon der zweite große Erfolg für Sky. Nun bleibt er auch weiterhin der wichtigste Partner der DFL. Allerdings muss Sky Einschränkungen hinnehmen, denn der Streaming-Anbieter DAZN wird sein Angebot in Zukunft ausbauen. Er wird zukünftig 106 Live-Spiele der Deutschen Fußball-Bundesliga anbieten können. Dies umfasst die Spiele am Freitag und am Sonntag.

Die Freunde des aktuellen Sportstudios im ZDF werden ebenfalls ihre Freude haben. Dieses bleibt in der bisherigen Form bestehen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland zählt zweifellos zu den überraschenden Gewinnern dieser Auktion. Denn auch die ARD mischt zukünftig verstärkt mit. Sie hat sich Rechte für die Sportschau und für das Radio gesichert.

Ein weiterer überraschender Gewinner ist zweifellos SAT. 1. Jener Sender, der die Rechte erstmals zu einem privaten TV-Anbieter geholte hatte, steigt nun wieder mit ein. Der Free-TV-Sender hat sich ein Live-Rechtepaket gesichert und darf nun ab dem Jahr 2021 insgesamt neun Spiele zeigen.

Der Axel Springer Verlag sicherte sich ein Paket mit Höhepunkten der Spiele, die wohl auch in Zukunft gegen Bezahlung im Internet abrufbar sein werden. Der Shopping-Gigant Amazon hielt sich offenbar bei der Auktion zurück, ebenso wie Magenta-TV von T-Mobile. Entgegen allen Erwartungen schaltete Amazon nicht auf Angriff. Das hatte vor einigen Wochen noch ganz anders ausgesehen, da stiegen die Amerikaner in die Übertragung von Bundesliga-Matches mit ein.

Wer holt das letzte Ticket?

Unterdessen geht die Deutsche Fußball-Bundesliga in ihr Saisonfinale. Der neue und alte Meister FC Bayer München tritt dabei auswärts auf den VfL Wolfsburg. Dieser kämpft noch um einen Platz in der UEFA Europa League. Die Chancen dafür stehen gut, denn auch der direkte Konkurrent TSG 1899 Hoffenheim hat eine schwere Aufgabe vor sich. Borussia Dortmund empfängt den Klub von SAP-Gründer Dietmar Hopp. Die Buchmacher geben dem VfL Wolfsburg gute Chancen auf einen Erfolg. So beträgt die Siegquote auf Betway 4,0 (Stand 23.6.), während TSG 1899 Hoffenheim in Dortmund wenige Chancen auf einen Sieg eingeräumt werden. Eine Qualifikation für den europäischen Wettbewerb würde die Saison für den VfL Wolfsburg am Ende doch noch gut beenden, schließlich waren die Wölfe zwischenzeitlich sogar Tabellenführer der Bundesliga.

Für die Fußballfans in Deutschland bedeutet das Ergebnis der Auktion Kontinuität. Sie können darauf vertrauen, dass die bisherigen Übertragungskanäle aufrecht bleiben. Die Befürchtung, dass man in Zukunft bis zu vier Abonnements benötigen würde, hat sich nicht bestätigt. Die Deutsche Fußball-Liga setzte auf eine Fortführung des Bewährten. Nun geht es darum, den Kuchen an die Vereine zu verteilen. Das wird sicherlich noch eine schwierige Aufgabe für die Verantwortlichen.

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