Behörden hielten mutmaßlichen Autobahnattentäter für ungefährlich

Symbolbild: Einsatzwagen der Polizei
Symbolbild: Einsatzwagen der Polizei

Die Behörden haben den mutmaßlichen Täter des als islamistisch eingeschätzten Autobahnanschlags in Berlin vorher als ungefährlich eingeschätzt. Im Asylverfahren von Sarmad A. hätten die Behörden 2016 auch überprüft, ob der Iraker Kontakte zu terroristischen Szene hatte, berichtete das Magazin „Der Spiegel“ am Freitag unter Berufung auf Unterlagen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Sie hätten im Fall A. „keine Bedenken“, hielten sie demnach daraufhin in offiziellen Unterlagen fest.

Dem Bericht zufolge lagen damals keine Hinweise darauf vor, dass A. Kontakte zur Islamistenszene hätte. In Deutschland hat der Mann Ermittlerangaben zufolge einen Duldungsstatus bis Ende des Jahres.

Wegen der Äußerungen des Beschuldigten nach der Tat am Dienstagabend gingen die Ermittler von einer „religiös-islamistischen Motivation“ aus. Sie fanden zunächst keine Anhaltspunkte für eine Mitgliedschaft des Manns in einer Terrororganisation.

Der Iraker hielt sich demnach jedoch zwischen 2018 und 2019 in derselben Flüchtlingsunterkunft wie ein islamistischer Gefährder auf. Unklar war zunächst, wie eng der Kontakt der beiden war.

Gegen der 30-Jährigen wird wegen versuchten Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in drei Fällen ermittelt. Er wurde in einer Psychiatrie untergebracht. Bei den offenbar gezielt verursachten Zusammenstößen auf der innerstädtischen A100 in Berlin waren drei Menschen schwer und drei Menschen leicht verletzt worden.

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