Bamf-Chef sieht große Probleme im Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern

Dr. Hans-Eckhard Sommer, Präsident - Bild: © BAMF | Lopez
Dr. Hans-Eckhard Sommer, Präsident - Bild: © BAMF | Lopez

Der Chef des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Hans-Eckhard Sommer, sieht die Behörden im Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern mit großen Schwierigkeiten konfrontiert. „Bei den Rückführungen haben wir noch Vieles zu bewältigen“, sagte er dem „Handelsblatt“ vom Dienstag. „Gegen fast jeden negativen Bescheid wird geklagt und an den Verwaltungsgerichten sind immer noch mehr als 200.000 offene Asylverfahren anhängig.“

Laut Ausländerzentralregister gebe es derzeit mehr als 200.000 Ausreisepflichtige, deren Rückkehr noch bevorstehe, führte Sommer aus. Ein Ausländer ist laut Aufenthaltsgesetz zur Ausreise verpflichtet, „wenn er einen erforderlichen Aufenthaltstitel nicht oder nicht mehr besitzt“.

Zur Entwicklung der Flüchtlingszahlen in diesem Jahr sagte Sommer, er rechne mit etwa 100.000 Erst- und Folgeanträgen auf Asyl in Deutschland. „Das ist im Vergleich zu den Jahren vor 2015 immer noch eine durchaus stattliche Zahl“, urteilte er. Darüber, ob die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie zu erneut steigenden Zahlen führen könnten, wolle er nur „ungern spekulieren“.

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