Auch in Deutschland wird nach mutierten Coronaviren gefahndet

Corona - Bild: 9_fingers_ via Twenty20
Corona - Bild: 9_fingers_ via Twenty20

Auch in Deutschland werden positive Coronatests molekular näher untersucht, um Erkenntnisse über die Verbreitung von neuartigen Varianten des Erregers zu gewinnen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) sammelt diese sogenannte Gensequenzdaten, die unter anderem aus der Auswertung geeigneter Proben durch das nationale Coronaviren-Konsiliarlabor an der Berliner Charité stammen. Daneben greift das RKI zusätzlich auf weitere Daten zu.

Diese stammen laut RKI aus einer öffentlichen Sequenzdatenbank der Global Initiative for Sharing All Influenza Data (Gisaid), in die weltweit zahlreiche Labore einspeisen. Zudem steuert das RKI Sequenzdaten aus eigenen Untersuchungen bei.

Nach der Entdeckung der Verbreitung neuer Virusmutationen in Großbritannien und Südafrika fordern Wissenschaftler stärkere Anstrengungen zur Gensequenzierung in Deutschland. So bezeichnete der Freiburger Virologe Hartmut Hengel gegenüber „tagesschau.de“ die bisherigen Bemühungen und Maßnahmen am Donnerstag als „miserabel“. Deutschland sequenziere ohne eine repräsentative Erfassung von Corona-Proben „auf dem Niveau eines Entwicklungslands“. Dadurch würden Mutationen später entdeckt.

Als Vorbild gilt demgegenüber Großbritannien. Dort bildete sich nach dem Ausbruch der Pandemie ein Konsortium aus Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitssystems und Forschungsinstituten, um die Verbreitung von Mutationen flächendeckend zu überwachen. Es wird von der Regierung finanziell gefördert. Nach eigenen Angaben hat dieses Covid 19 Genomics UK Consortium bisher rund 170.000 Proben von Corona-Infizierten molekularbiologisch analysiert.

Das Konsiliarlabor an der Berliner Charité stellte bisher rund 2000 Gensequenzen auf seiner Internetseite ein, die zwischen Dezember 2019 und Dezember 2000 erstellt wurden. Etwa 900 davon stammten aus dem eigenen Haus, rund 1150 wurden von anderen Laboren analysiert und über die Gisaid-Datenbank veröffentlicht.

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AFP/Redaktion
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