Corona-Pandemie führt zu Rückgang erfasster Kriminalität

Festnahme
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Die Corona-Pandemie hat einem Bericht zufolge in Deutschland zu einem deutlichen Rückgang der polizeilich erfassten Kriminalität geführt. In der sogenannten Kriminalitätslage des Bundesinnenministeriums, einer Übersicht zur Entwicklung, ist für 2020 unter anderem eine stark rückläufige Entwicklung bei Einbrüchen verzeichnet, wie die „Welt“ (Samstagsausgabe) berichtete.

Das Bundeskriminalamt (BKA) geht den Angaben zufolge für das vergangene Jahr ebenfalls von einem deutlichen Rückgang der Wohnungseinbrüche gegenüber dem Vorjahr aus. Nach 167.136 Wohnungseinbrüchen im Jahr 2015 war bereits ein jährlicher Rückgang bis auf 87.145 Fälle im Jahr 2019 registriert worden. Eine Umfrage in den Bundesländern bestätige den Trend, wonach sich ein historischer Tiefststand bei Wohnungseinbrüchen abzeichnet, hieß es in dem Bericht.

Die Eindämmungsmaßnahmen und damit veränderte Lebensweise vieler Menschen führten zu „verringerten Tatgelegenheiten“, heißt es den Angaben zufolge bei den Strafverfolgungsbehörden. Auch in anderen Bereichen sei die Zahl der erfassten Delikte deutlich rückläufig – vor allem in den Zeiten des Lockdowns im vergangenen Frühjahr.

Das Landeskriminalamt Berlin habe die Entwicklung zwischen Mitte März und Ende Mai genau untersucht und für die Hauptstadt einen Rückgang der Gesamtkriminalität von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum festgestellt, schrieb die Zeitung. Demnach gab es 60 Prozent weniger Einbrüche in Einfamilienhäuser und mehr als 40 Prozent weniger Fälle in Mehrfamilienhäusern. Die Zahl erfasster Kfz-Diebstähle ging um 80 Prozent zurück, die der Taschendiebstähle um rund 50 Prozent. Gewaltdelikte waren ebenfalls rückläufig.

Doch im Gegenzug verlagert sich die Kriminalität verstärkt ins Internet. „Corona bedeutet: schlechte Zeiten für Einbrecher, gute Zeiten für Betrüger“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, der „Welt“.  Intensität und Anzahl von Cybercrime-Straftaten steige kontinuierlich an. Cyberangriffe würden zunehmend komplexer und von immer professioneller agierenden Gruppierungen ausgeführt.

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