Mehr US-Todesopfer durch die Corona-Pandemie als Tote im Zweiten Weltkrieg

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Die USA stehen kurz davor, die Schwelle von einer halbe Million Corona-Todesopfer zu überschreiten. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat in den Vereinigten Staaten kein Ereignis mehr derart viele Menschen das Leben gekostet wie die Corona-Pandemie. Doch immerhin gibt es ein paar Hoffnungsschimmer: Die Impfkampagne gegen das Coronavirus läuft und das Land hat mittlerweile einen Präsidenten, der den Kampf gegen die Pandemie zur obersten Priorität gemacht hat.

„Es ist schrecklich, es ist grauenhaft“, sagte US-Chef-Virologe Anthony Fauci am Sonntag mit Blick auf die sich nähernde Marke von 500.000 Corona-Toten. „So etwas haben wir seit mehr als hundert Jahren nicht mehr erlebt, seit der Pandemie 1918“, fügte der Experte im CNN-Interview mit Blick auf die Spanische Grippe hinzu.

Die Website der Johns-Hopkins-Universität führte am Montagmorgen bereits 498.897 Corona-Tote in den USA auf – weit mehr als in jedem anderen Land. Der erste Todesfall war vor knapp einem Jahr verkündet worden, am 29. Februar 2020. Etwa drei Monate später erreichten die USA die Marke von 100.000 Corona-Toten. 

Die Schwelle von 400.000 Todesopfern überschritt das Land am letzten Tag der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. Sein Nachfolger Joe Biden will deutlich entschiedener gegen das Virus kämpfen als Trump, der die Pandemie immer wieder kleingeredet hatte.

Biden ist erschüttert, dass das Virus so massiv in den USA wütet. „500.000! Das sind fast 70.000 mehr als alle US-Todesopfer im Zweiten Weltkrieg in einem Zeitraum von vier Jahren“, sagte Biden am Freitag mit Blick auf die symbolisch bedeutsame Schwelle bei der Opferzahl. „All der Schmerz, all das Leid“, fügte der Präsident betroffen hinzu.

Aber in seiner Rede in einem Werk des US-Pharmariesen Pfizer, der mit der Mainzer Firma Biontech einen der Corona-Impfstoffe herstellt, hob Biden auch die Fortschritte bei der Immunisierung der Bevölkerung hervor. „Ich glaube, wir werden uns bis Jahresende der Normalität nähern“, sagte der Präsident. „So Gott will wird dieses Weihnachten anders als das letzte.“

Derzeit werden in den USA täglich rund 1,7 Millionen Menschen gegen Corona geimpft. In den kommenden Wochen dürfte diese Zahl weiter steigen. Biden ist zuversichtlich, dass bis Ende Juli 600 Millionen Dosen verimpft werden können. Damit könnte praktisch allen 328 Millionen Einwohnern ein Impfangebot gemacht werden. 

Bislang haben gut 61 Millionen Menschen in den USA mindestens eine Corona-Impfdosis erhalten, 18 Millionen davon erhielten bereits beide bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna vorgesehenen Dosen. Ermutigend ist auch, dass nach einem Höhepunkt im Januar die Zahlen der Corona-Neuinfektionen und wöchentlichen Todesopfer derzeit deutlich zurückgehen, wie aus Angaben der Website „Covid Tracking Project“ hervorgeht.

Allerdings hat der heftige Wintereinbruch in weiten Teilen der USA die Impfkampagne verlangsamt. „Es hat niemals, niemals, niemals eine größere logistische Herausforderung gegeben, als das, was wir gerade zu tun versuchen“, sagt Biden über die Verteilung der Corona-Impfstoffe.

Und dann ist da noch die Bedrohung durch ansteckendere Coronavirus-Mutanten wie etwa die sogenannte britische Variante. Ist ein erneuter Anstieg der Neuinfektionen in den USA damit programmiert? „Ich denke nicht, dass das unvermeidlich ist“, beruhigt Fauci. „Die Impfstoffe, die wir derzeit verteilen – Moderna und Pfizer – wirken sehr gut gegen diese Variante.“ Dies bedeute aber auch, dass jetzt „so schnell wie möglich“ geimpft werden müsse.

Wann die Pandemie in den USA endlich vorbei ist, traut sich Fauci nicht vorherzusagen. Aber immerhin glaubt der Virologe an „einen gewissen Grad an Normalität“ bis Jahresende.

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AFP/Redaktion
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