Vatikan belegt polnische Bischöfe wegen Missbrauchs-Vertuschung mit Strafen

Symbolbild: Vatikan
Symbolbild: Vatikan

Weil sie Missbrauchsvorwürfe vertuscht haben sollen, hat der Vatikan zwei polnische Bischöfe mit Geldstrafen belegt. Der frühere Bischof von Kalisz, Edward Janiak, und der ehemalige Erzbischof von Danzig, Slawoj Leszek Glodz, seien zur Zahlung in einen Fonds für Missbrauchsopfer verpflichtet worden und dürften keine öffentlichen Messen mehr feiern, teilte die Vertretung des Vatikans in Polen am Montag mit. 

Die Bestrafung Janiaks und Glodz‘ erfolge auf der Grundlage von Bestimmungen des kanonischen Rechts sowie neuer Regelungen, die von Papst Franziskus im Kampf gegen sexuellen Missbrauch durch Geistliche erlassen worden seien, erklärte die Apostolische Nuntiatur in Warschau. Die Geistlichen müssten ihre früheren Diözesen verlassen. Beide Bischöfe hatten zuvor bereits ihre Aufgaben in der katholischen Kirche niedergelegt.

Der für seinen Hang zum Luxus bekannte Glodz hatte im August vergangenen Jahres seinen Rücktritt bei Papst Franziskus eingereicht. Hintergrund waren Vorwürfe, wonach er Priester schikanierte und zu sexuellem Missbrauch in seiner Diözese schwieg. Im Oktober wurde dann auch der Rücktritt Janiaks bekannt, der ebenfalls der Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen beschuldigt wurde. Demnach sollen Janiak und andere ranghohe Geistliche einen pädophilen Pater über 25 Jahre beschützt haben. Die Vorwürfe gegen Janiak waren Thema eines Dokumentarfilms, der in Polen intensiv debattiert wurde.

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