VW will Elektroautos auch als Stromspeicher einsetzen

Volkswagen - Bild: Volkswagen AG
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Volkswagen will seine Elektroautos auch als Stromspeicher einsetzen. „Unsere Autos werden mehr Speicherkapazität haben als alle Stauseen zusammen“, sagte VW-Strategiechef Michael Jost der „Wirtschaftswoche“. 2027 werde sich die Speicherkapazität der bis dahin abgesetzten E-Autos auf rund ein Terawatt addieren.

„Wenn wir die Autos als Stromspeicher einsetzen, sollte es möglich sein, pro Auto eine jährliche Vergütung von bis zu 500 Euro von den Energieversorgern zu bekommen“, sagte Jost dem Magazin weiter. Von dieser Vergütung könnten die Autobesitzer „und auch wir“ profitieren. Ans Stromnetz angeschlossene Autos können Strom laden, ihn aber auch wieder ins Netz einspeisen. So könnten die E-Autos als Puffer für Wind- und Solarstrom fungieren.

Volkswagen will bis Ende des Jahrzehnts mehr als 20 Millionen E-Autos bauen. Auch wenn nur ein Teil davon als Energiespeicher die angepeilten Vergütungen erhalten sollte, ergäben sich zusätzliche Milliardeneinnahmen für den Konzern und die Kunden. Weitere Zusatzgeschäfte soll es am Ende des Lebenszyklus eines Autos geben. Die Batterie habe dann noch eine Speicherkapazität von rund 70 Prozent, sagte Jost – und könne „noch mal zehn Jahre in Industrie und Haushalten als stationärer Stromspeicher eingesetzt werden“.

Danach gehe sie in die dritte Verwertungsstufe, das Recycling: Nach Abzug für den Recyclingaufwand habe sie einen Rohstoffwert von mehreren hundert Euro pro Fahrzeug, rechnete Jost vor.

Der Strategiechef rechnet auch wegen sinkender Batteriekosten bis 2030 mit einer schnellen Verbreitung von E-Autos. Es werde bei Batterien bis dahin „sicherlich noch zwei oder drei Kostensprünge nach unten“ geben, sagte Jost der „Wirtschaftswoche“. 2030 rechne VW in ausgewählten Märkten für Marken wie Volkswagen, Audi und Porsche mit einem Anteil von rein elektrischen Fahrzeugen von über 50 Prozent.

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AFP/Redaktion
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