Australischer Autor wurde nach eigenen Angaben in der Haft in China gefoltert

Symbolbild: Gefängnis
Symbolbild: Gefängnis

Nach seiner Inhaftierung in China wegen Spionagevorwürfen ist der australische Autor Yang Jun nach eigenen Angaben gefoltert worden. Noch immer wisse er nicht, für welches Land er spioniert haben solle, fügte Yang Jun in einer Nachricht an Unterstützer hinzu, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Am Donnerstag hatte hinter verschlossenen Türen der Prozess gegen den 56-Jährigen begonnen, der seit über zwei Jahren in einem geheimen Lager in China inhaftiert ist. Dem australischen Botschafter in Peking wurde der Zugang zu dem Prozess verwehrt.

Yang betonte, er sei zu hundert Prozent unschuldig. Vor dem Gericht habe er nur wenige Minuten gesprochen, seine Verteidigung sei „nicht so gut gewesen“. Nach chinesischer Darstellung kann der Prozess hinter verschlossenen Türen abgehalten werden, weil es dabei um „Staatsgeheimnisse“ gehe.

Yang soll früher im chinesischen Außenministerium gearbeitet haben – was Peking bestreitet – und 1992 nach Hongkong gewechselt sein. Fünf Jahre später reiste er in die USA, wo er für das Experten-Netzwerk Atlantic Council arbeitete. Yang bestritt ausdrücklich, dass er für Australien oder die USA gearbeitet haben könnte. Er schreibe für „die Menschen, für Rechtsstaat, Demokratie und Freiheit“. Bei einem Schuldspruch wegen Spionage droht Yang eine lebenslange Haftstrafe.

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