Wegen Corona 2020 deutlich weniger Anträge auf Asyl in der EU

Asylantrag - Bild: Nürnberger Blatt
Asylantrag - Bild: Nürnberger Blatt

Wegen der Corona-Pandemie hat die Zahl der Asylsuchenden in der EU im vergangenen Jahr deutlich abgenommen. Die Zahl der neuen Anträge ging im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent zurück, wie die Europäische Aylbehörde Easo am Donnerstag mitteilte. Mit insgesamt 521.000 erstinstanzlichen Asylentscheidungen bearbeiteten die nationalen Behörden demnach erstmals seit 2017 mehr Anträge, als neue gestellt wurden.

Den Angaben zufolge wurde 2020 in den 27 EU-Ländern sowie in Norwegen und der Schweiz insgesamt 461.300 Mal Asyl beantragt. Die meisten Antragsteller kamen demnach wie schon im Vorjahr aus Syrien, Afghanistan und Venezuela. Bis auf wenige Ausnahmen – darunter Belarus und Brasilien – kamen aus allen Ländern weniger Asylsuchende.

„Trotz der Pandemie haben die nationalen Asylbehörden bei den erstinstanzlichen Entscheidungen in etwa das gleiche Niveau wie 2019 gehalten“, erklärte Easo. Der Rückstau unbearbeiteter Anträge reduzierte sich damit um über 74.000. Ende 2020 fehlte laut Easo bei 412.600 gestellten Anträgen noch eine Entscheidung in erster Instanz.

Die Anerkennungsrate blieb den Angaben zufolge stabil bei 32 Prozent. Syrer, Eriträer und Jemeniten hatten demnach die besten Aussichten, Asyl zu erhalten. Kolumbianer und Venezolaner hingegen erhielten nur sehr selten einen positiven Bescheid.

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