Aktivistin aus Dannenröder Forst in Hessen wegen Angriffs auf Polizisten verurteilt

Die Justitia - ein Symbol der Rechtsstaatlichkeit
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Nach den Protesten gegen den umstrittenen Ausbau der Autobahn 49 in Hessen hat das Amtsgericht Alsfeld am Mittwoch eine Umweltaktivistin aus dem Dannenröder Forst wegen tätlichen Angriffs auf Polizisten und gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Darüber hinaus wurde sie wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt, wie das Amtsgericht mitteilte.

Die Frau griff bei der Räumung von Baumhäusern im Dannenröder Forst Polizisten an und leistete Widerstand. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie einem Beamten mit Stiefeln gezielt ins Gesicht und an den Kopf trat. Einem weiteren Beamten stieß sie demnach das Knie ins Gesicht. Die Aktivistin hatte sich damals in etwa 15 Metern Höhe angeseilt, um die Räumung der Baumhaussiedlung im „Camp Nirgendwo“ zu verhindern.

Weil die Frau ihre Identität nicht preisgab, saß sie wegen Fluchtgefahr seit November in Unterschungshaft. Das Gericht gab ihr den Namen „UwP1“, was für „Unbekannte weibliche Person“ steht. Sie selbst nannte sich „Ella“.

Umweltaktivisten kritisierten das Urteil als „unverhältnismäßig hart“. Die als Zeugen vernommenen Polizisten hätten widersprüchliche Angaben zum Geschehen gemacht, erklärte die Organisation „Rote Hilfe“. Zahlreiche Beweisanträge der Verteidigung seien abgelehnt worden. Der Polizeieinsatz im Dannenröder Forst sei gewalttätig gewesen. Mit dem Zerschneiden von Sicherungsseilen hätten Polizisten gefährliche Abstürze verursacht. Die Aktivisten forderten die Freilassung der Frau.

Im Dannenröder Forst hatten Umweltschützer mehr als ein Jahr lang gegen den Ausbau der A49 zwischen Gießen und Kassel demonstriert, weil die Autobahn durch das Waldgebiet führen soll. Bei der Räumung waren Beamte aus ganz Deutschland im Einsatz. Der Bau des Autobahnabschnitts soll im September beginnen.

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